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Einer, der Klartext spielt

Der türkische Pianist Fazil Say will sich nicht mehr zur Situation in seiner Heimat äussern. Aber als Musiker bleibt er deutlich. In einer Mozart-Aufnahme und heute in Zürich.

«Bei eigenen Stücken hat man keine Angst vor Fehlern, das ist ein riesiger Unterschied», sagt Fazil Say über das Komponieren. Foto: Anadolu Agency, Getty Images
«Bei eigenen Stücken hat man keine Angst vor Fehlern, das ist ein riesiger Unterschied», sagt Fazil Say über das Komponieren. Foto: Anadolu Agency, Getty Images

Keine Fragen zur Politik: Das war die Bedingung dafür, dass dieses Interview mit dem Pianisten und Komponisten Fazil Say zustande kam. In der Vergangenheit hat sich der 1970 in Ankara geborene Say per Twitter oder in den Medien oft sehr explizit und kritisch zu den Vorgängen in seiner Heimat geäussert, und er hat dafür bezahlt. 2012 trugen ihm zwei spöttische Tweets über die Paradiesvorstellungen im Koran ein Anklage wegen Beleidigung der islamischen Religion ein; er wurde verurteilt zu zehn Monaten Haft auf Bewährung. Hohe Wellen verursachte 2014 auch die kurzfristige Absetzung zweier seiner Werke, die das Präsidiale Sinfonieorchester hätte spielen sollen. Ersetzt wurden sie durch Carl Orffs «Carmina Burana» – worauf Say ­genüsslich darauf hinwies, dass es in diesem Werk um Trunkenheit und Sex gehe.

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