Leblos im Lift – um 10.07 Uhr stellte die Polizei Prince’ Tod fest

Mit 57 Jahren verstorben, die Welt trauert um Prince. Die grosse Frage lautet: Was ist passiert?

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Er galt als einer der Einfallsreichsten seines Fachs. Mit seinen Ideen überraschte US-Popstar Prince immer wieder. Auch Kollegen profitierten von seiner Musik. Jetzt ist der amerikanische Popstar Prince tot. Der 57-Jährige sei am Donnerstag leblos in seinem Haus in Chanhassen im US-Staat Minnesota gefunden worden. Der Musiker wurde nach Polizeiangaben leblos in einem Aufzug gefunden.

Wie Sheriff Jim Olson am Donnerstag sagte, wurde der Musiker dort von Beamten entdeckt, die zu seinem Anwesen bei Minneapolis gerufen worden waren. Demnach versuchte medizinisches Personal vergeblich, den 57-Jährigen wiederzubeleben. Prince sei um 10.07 Uhr morgens (Ortszeit) für tot erklärt worden.

Tage bis Wochen für Befund

Nach dem Tod von Pop-Legende Prince schliesst die Polizei ein mögliches Fremdeinwirken nicht aus. Allerdings sei es noch viel zu früh, um dies zweifelsfrei festzustellen, sagte ein Hilfssheriff im Bezirk Carver County. Dass es ein Fremdeinwirken gegeben haben könnte, werde aber derzeit «weder vermutet noch nicht vermutet», fügte er hinzu.

Video – Fans trauern um Prince:


Wie lang die Ermittlungen am Todesort dauern würden, sei wegen der schieren Grösse des Anwesens ungewiss. In der Regel benötige der Gerichtsmediziner einige Tage für vorläufige Ergebnisse. Toxikologische Tests dauerten üblicherweise Wochen.

Noch in der Nacht lockte Filmemacher Spike Lee fast 1000 Fans von Prince zu einer spontanen Strassenparty zu Ehren der verstorbenen Poplegende. Von der Veranda seiner Produktionsfirma 40 Acres & A Mule im New Yorker Stadtteil Brooklyn leitete der Regisseur im lila T-Shirt am Donnerstag die Menge beim Feiern an. Prince-Fans brachten ihre Babys und Hunde mit und tanzten zur Musik des Superstars. Für die Feier hatte die Polizei den Block abgesperrt. Bis zum späten Abend dauerte die Party an. Die Stimmung wirkte gelöst. Die Feiernden waren in Gedenken an den Hit «Purple Rain» teils in lilafarbener Kleidung gekommen und sangen gemeinsam. Einige reckten Sträusse mit violetten Blumen in die Höhe.

Promi-Website: Prince wurde knapp eine Woche vor seinem Tod wegen einer Überdosis behandelt

Laut der Promi-Website «TMZ» wurde Prince knapp eine Woche vor seinem Tod wegen einer Überdosis behandelt. Nach der nicht geplanten Zwischenlandung seiner Maschine am vergangenen Freitag in der Stadt Moline im US-Bundesstaat Illinois sei dem 57-Jährigen dort im Spital ein sogenannter Save Shot gespritzt worden – das übliche Gegenmittel gegen eine Überdosis an Opiaten, schrieb die Promi-Website am Donnerstag unter Berufung auf mehrere Quellen in Moline.

Demnach wollten die Ärzte, dass Prince 24 Stunden zur Beobachtung in der Klinik bleibt. Der Star habe das Spital aber nach drei Stunden wieder verlassen, weil er kein Privatzimmer bekommen habe.

Zustand nach Grippe verschlechtert

Berichten zufolge war Prince am Freitag vergangener Woche auf dem Rückweg von einem Konzert in Atlanta in einem Spital in Illinois behandelt worden. Offenbar hatte sich sein Zustand nach einer Grippe verschlechtert.

Zuletzt hatte Prince aus gesundheitlichen Gründen Medienberichten zufolge auch zwei Konzerte abgesagt. Am Samstag erschien er zu einer Tanzparty in Paisley Park, wo seine Aufnahmestudios stehen.

Video – die Musikwelt nimmt Abschied von Prince:

Der als Prince Rogers Nelson am 7. Juni 1958 in Minneapolis geborene Sänger, Songwriter, Arrangeur und Instrumentalist galt als einer der einfallsreichsten Musiker seiner Generation. Er verarbeitete Einflüsse von James Brown, den Beatles und Jimmy Hendrix. Von Hendrix übernahm er seinen Gitarrenstil, beim Gesang wechselte er zwischen nasalen Klängen und erotischem Falsett.

Seinen Durchbruch feierte er Ende der 1970er-Jahre mit dem Hit «Wanna Be Your Lover». Zu seinen bekanntesten Alben im folgenden Jahrzehnt gehören «1999» und «Purple Rain». Weitere Erfolge waren die Titel «Little Red Corvette», «Let’s Go Crazy» und «When Doves Cry».

2004 wurde Prince in die Rock ’n’ Roll Hall of Fame aufgenommen. Er habe eine Synthese aus schwarzem Funk und weissem Rock geschaffen, die Wegbereiterin für die Musik der 80er-Jahre gewesen sei, hiess es zur Begründung. «Von Anfang an waren Prince und seine Musik androgyn, listig, sexy und provokant.» Beeinflusst hat er unter anderem Grössen wie Sinéad O’Connor und Cyndi Lauper.

Prince selbst kämpfte verbissen um seine künstlerische Unabhängigkeit und stritt sich mit seiner Plattenfirma nicht nur um die Kontrolle über sein Werk, sondern sogar um seinen Namen. Aus Protest gegen Warner Bros. schrieb er sich einst das Wort «Slave» (Sklave) über sein Gesicht. Vor wenigen Jahren schloss er dann erneut einen Vertrag mit Warner – allerdings zu anderen Bedingungen. «Was jetzt eingetroffen ist, ist genau die Stellung, in der ich immer sein wollte», sagte er 2014 der AP dazu.

Nach der Todesnachricht versammelten sich im Regen die ersten Trauernden vor Prince’ Studio in Paisley Park. Der 32-jährige Steven Scott sagte, er sei am Samstag bei der Tanzparty mit Prince gewesen. Dessen Botschaft sei gewesen, dass sich die Menschen lieben sollten. «Er hat die Leute aus den richtigen Gründen zusammengebracht», sagte Scott. (kat/cpm)

Erstellt: 22.04.2016, 06:16 Uhr

Artikel zum Thema

Prince überrascht mit neuem Album

Der amerikanische Superstar Prince hat per Streamingdienst neue Musik veröffentlicht. Mehr...

Für Prince gibt es nur Princestagram

Stars & Styles Heute auf dem Boulevard: +++ Beatrice Egli über den Traummann +++ Jimmy Fallons kaputter Finger +++ Wahlkampf mit Katy Perry +++ Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Die Welt in Bildern

Winzig: Die Hand des Babyschimpansen Quebo (geboren am 6. Oktober 2019) im Zoo Basel. (13. November 2019)
(Bild: Georgios Kefalas) Mehr...