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Gölä und Trauffer fusionieren zum Mundartschlagermulti

Gölä und Trauffer haben eine neue Band gegründet: die Büetzer Buebe. Ein erstes Video lässt einen eher irritiert zurück.

Trauffer und Gölä in Pose.
Trauffer und Gölä in Pose.
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Die Schweizer Musikszene hat eine Fusion zu vermelden. Etwas richtig Grosses. Etwa vergleichbar mit dem Zusammenschluss von Bayer und Monsanto: Gölä und Trauffer tun sich zusammen und nennen sich nun Büetzer Buebe. Fürs erste gemeinsame Foto in einer Arbeitergarderobe haben sie ihre Büetzer-Gringe mit Maschinenöl eingeschmiert, auf Puder wurde verzichtet, das Ganze soll schliesslich nach Mannenschweiss und rauem Proletariat aussehen.

Heute ist denn auch das erste Musikerzeugnis der beiden aufgetaucht – stilistisch einzuordnen im Genre des fetzig gemeinten Mundartrock 1.0. Das Stück heisst «Büetzer Buebe» und ist vermutlich so etwas wie die Betriebshymne des neuen Musik-KMU (Zitat aus dem Pressetext: «das grösste Schweizer Musikprojekt aller Zeiten»).

Im dazugehörigen Videoclip verrichten die beiden mit kindlichem Enthusiasmus männlich-markante Tätigkeiten in einer Reparaturwerkstätte der Wengernalpbahn.

Dabei zeichnen sie das leicht irritierende Bild einer dauereuphorisierten Arbeiterklasse, die nicht wegen des Geldes arbeite, wichtiger sei, dass man am Abend stets «zfride und glücklech» sei. Das Ganze mutet in seiner Überzeichnung ein bisschen an die Machenschaften der Maîtres Chocolatiers Suisses an, welche in ihren Werbespot-Schokoladelabors ebenfalls Dinge tun, die eher wenig mit der Realität herkömmlicher Süssigkeitenfabriken gemein haben.

Ode an die Malocher

Vom lyrischen Standpunkt her reihen die Büetzer Buebe jene Slogans aneinander, welche lustige Handwerker gerne als Sticker an ihre Geschäfts-Karossen kleben («Geit nid gits nid!» oder «Haubi Sache chasch bi üs nid ha»). Im Refrain wird dann auch noch auf den volkswirtschaftlichen Nutzen der Handarbeiter-Kaste hingewiesen: «Mir si Büetzer Buebe / boue üses Land / uf üs chasch di verlah». Und im Refrain findet sich ein kleiner Verweis auf jene Handwerker, welche die altehrwürdige Notre-Dame von Paris in Schutt und Asche gelegt haben: «Und wes brönnt / lö mer aus la stah». Hoch anzurechnen ist den Büetzer Buebe, dass sie den Versuch unternommen haben, ihr erstes Lied gendergerecht zu gestalten. Auch wenn die Textzeile «und d Büetzer-Meitschi – aapacke chöisi» ein bisschen unvermittelt aus dieser Ode an die Malocher des Landes heraussticht.

Der Einsatzplan der beiden sieht folgendermassen aus: Am 9. August gibt es das erste Album. Und ein Jahr später – am 22. August 2020 – steht ein Konzert im Zürcher Letzigrund an. Vielleicht schreitet ja noch die Wettbewerbskommission ein.

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