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«Herumgespielt wie die Kinder»

Die nordenglischen Kaiser Chiefs verdienen sich mit der dritten CD «Off with Their Heads» ihren Adelsstand. Schlagzeuger und Songschreiber Nick Hodgson lud in London zur Audienz.

Wer hat euch zum Albumtitel «Ab mit ihren Köpfen» inspiriert?

Nick Hodgson: Wir haben ihn beim Durchforsten unserer Songtexte entdeckt. «Off with Their Heads» finden wir amüsant und passend...

Weil der Verstand beim Songschreiben stört?

Nein, der stört mich nicht, ich lasse mich da ganz von meinem Instinkt leiten! Wenn du beim Songschreiben nachdenkst oder gar zu planen versuchst, hast du bereits verloren.

Ihr wolltet eigentlich eine EP veröffentlichen. Weshalb ist eine LP daraus geworden?

Alles begann damit, dass wir nach unserer US-Tournee bei der Homecoming-Show vor 35000 Fans im Stadion von Leeds United nicht nur alte Sachen spielen wollten. Also gingen wir mit den Produzenten Mark Ronson und Eliot James zwei Wochen ins Studio. Als nach so kurzer Zeit schon fünf tolle Lieder entstanden waren, bekamen wir Appetit auf mehr.

Welchen Einfluss hatte Amy-Winehouse-Produzent Mark Ronson?

Auf der neuen CD spielen wir wie Kinder herum – ohne Plan, aber mit viel Spass. Mark schuf die Atmosphäre, schlug das Tamburin und trieb uns an, während Eliot als Techniker dafür sorgte, dass die Instrumente brillant klingen.

Wie entstand die erste Single «Never Miss a Beat»?

Ein Freund von mir sagte diese Zeile bei einer Party. Ich dachte: «Die ist gut!», und tippte sie in mein Handy. Er weiss es bis heute nicht! (grinst) Wochen später – ich war gerade im Begriff wegzugehen – fiel mir die Basslinie dazu ein. Ich blieb zu Hause, nahm sie auf, und nun ist der Song mein absolutes Lieblingslied!

Was schätzen Sie an Chief-Sänger Ricky Wilson besonders?

Er gibt auf der Bühne immer 110 Prozent, selbst wenn ihm nicht danach ist. Gerade wenn man vor ein grosses Publikum tritt, ist es wertvoll, zu wissen, dass er sich nicht gehen lässt.

Ist dieser Arbeitsethos für die Industriestadt Leeds typisch?

Man kann nicht alles auf Leeds schieben. Dass wir notorisch vorsichtig mit Geld sind, hat beispielsweise damit zu tun, dass wir aus Yorkshire kommen! (lacht)

Sie sind die Schotten Englands?

Genau. Wenn wir eine Möglichkeit entdecken zu sparen, ergreifen wir sie. Wie kürzlich, als unser Management uns von Leeds nach London chauffieren lassen wollte. Da haben wir online Zugtickets gebucht und nur je 35 Pfund bezahlt!

Ihr habt euch nach dem Exklub eines südafrikanischen Leeds-Fussballers benannt. Weshalb?

Lucas Radebe ist eine Legende und eine sehr nette Person. Als wir ihn 2004 erstmals trafen, schien er, der Captain der südafrikanischen Nationalmannschaft, stolz darauf zu sein, dass wir uns nach den Johannesburger «Kaizer Chiefs» nannten. Dabei ist er selbst ein Volksheld! Und wir hatten damals noch nicht mal einen Plattenvertrag.

Was bedeutet Ihnen der Klub Leeds United?

Der Klub ist für uns eine Inspiration. Seine Anhänger wurden gerade wieder zu den meistgehassten Fans Grossbritanniens gewählt – nicht mehr wegen ihrer Gewalttätigkeit wie noch in den Siebzigern, sondern weil sich die anderen Fans ärgern, dass die United-Anhänger weiterhin wie ein Mann hinter dem Team stehen, obwohl es in die Drittklassigkeit abgerutscht ist!

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