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«Ich will möglichst schnell meine Urheberrechte»

Das bekannte Schweizer Hip-Hop-Label Nation Music ist pleite. Betroffen ist auch der Bündner Rapper Gimma.

Das bekannte Schweizer Plattenlabel Nation Music ist pleite. Dies ist einer Meldung zu entnehmen, welche das «Schweizerische Handelsamtsblatt» vor wenigen Tagen auf seiner Online-Plattform shab.ch veröffentlichte. Das Konkursamt Aargau bestätigt auf Anfrage, dass am 25. April 2017 ein Konkursverfahren eröffnet wurde. Mehr könne man zum Fall aber nicht sagen. Die Webseite des Labels ist bereits nicht mehr aufrufbar.

Nation Music war 2005 aus dem Zusammenschluss zweier bestehender Vertriebe und eines Onlinemagazins entstanden. Die Plattenfirma spezialisierte sich auf Schweizer Künstler aus den Genres Hip-Hop, R’n’B und Reggae, hatte Musiker wie Seven, Phenomden und Big Zis unter Vertrag.

Gimma erfuhr am Freitag vom Konkurs

Offenbar hatten mehrere Musiker des Labels schon seit längerem keine Tantiemenabrechnung mehr erhalten. Zu ihnen gehört auch der Bündner Rapper Gimma; er erfuhr letzten Freitag durch die Geschäftsleitung selber von der Liquidation. «Im Gegensatz zu anderen Labels rechnete Nation die Tantiemen nur auf Verlangen der Künstler ab», so Gimma. «Schon im Herbst habe ich intensiv auf eine Abrechnung gepocht, weil meine letzte über fünf Jahre zurückliegt. Über allfällige finanzielle Schwierigkeiten informierte man mich damals aber nicht. Jetzt ist das Geld weg; ich bin enttäuscht.»

Geführt wurde das Label von den zwei Zürchern Florian Rieser und Marc Brandtner. Es sei aus Leidenschaft entstanden, betonte Brandtner 2005 gegenüber «Swiss Music News». Weniger euphorisch klang sein Partner Rieser hingegen vor wenigen Jahren im Gespräch mit dem «Tagblatt der Stadt Zürich»: «Die Musikindustrie ist im Wandel, unsere Zukunft sehen wir heute im E-Commerce.» 2013 hatten sich Rieser und Brandtner mit einem Onlinehandel ein weiteres Standbein aufgebaut.

Gimma betont, dass ihm das Geld nicht so wichtig sei. Er verdanke Rieser und Brandtner seine Karriere und wolle jetzt vor allem eins: dass ihm Nation Music möglichst schnell die Urheberrechte für seine Musik übertrage. «Dann ist die Sache für mich erledigt.»

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