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Interessanter Stilmix am Berner Gurtenfestival

Metallischer Rock der dänischen «Volbeat», jazzige Arrangements von Sophie Hunger, und Hip-Hop der deutschen «Fantastischen Vier»: Das Gurtenfestival bietet einmal mehr Bands aus allen Himmelsrichtungen.

Bastille ist der neuste und grösste Hit aus London. Mit ihrem Debüt «Bad Blood» stürmten Bastille in den britischen Charts direkt auf den ersten Platz.
Bastille ist der neuste und grösste Hit aus London. Mit ihrem Debüt «Bad Blood» stürmten Bastille in den britischen Charts direkt auf den ersten Platz.
zvg
Die Electro-Popband Fenech-Soler aus Northamptonshire begann bereits in Teenagertagen mit elektronischer Musik zu arbeiten. Sie zeigt sich beeindruckt von den Chemical Brothers, Daft Punk und Soulwax. Mit ihren packenden Electro-Songs versetzen Fenech-Soler jedes Publikum in Ekstase.
Die Electro-Popband Fenech-Soler aus Northamptonshire begann bereits in Teenagertagen mit elektronischer Musik zu arbeiten. Sie zeigt sich beeindruckt von den Chemical Brothers, Daft Punk und Soulwax. Mit ihren packenden Electro-Songs versetzen Fenech-Soler jedes Publikum in Ekstase.
zvg
Den legendären Abschluss in der Zeltbühne werden The Darkness bestreiten. Sie blicken auf eine bewegte Bandgeschichte zurück, mit Drogen, Streits und zeitweiliger Bandpause.
Den legendären Abschluss in der Zeltbühne werden The Darkness bestreiten. Sie blicken auf eine bewegte Bandgeschichte zurück, mit Drogen, Streits und zeitweiliger Bandpause.
zvg/thedarkness
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Der Berner Musikexperte Serge Berthoud hält zwar das Programm des 30. Gurtenfestivals, das am 18. Juli beginnt, eines Jubiläums «nicht wirklich» würdig. Ihm fehlen «zeitgemässe Headliner» wie Biffy Clyro, Sigur Ros und Interpol. Die Fantastischen Vier und die Toten Hosen habe man schon genug gesehen.

Auf die Frage, welche drei Auftritte man nicht verpassen dürfe, nennt der Geschäftsführer des Berner Plattenladens und -labels Chop Records aber gleich acht Acts. So schlecht kann das Programm also nicht sein. Besonders gespannt ist Berthoud auf den Black Rebel Motorcycle Club aus San Francisco, die belgischen Triggerfinger und die britischen Elektronik-Künstler Kosheen.

Auch vom Solothurner Rapper Manillio erwartet Berthoud einiges, ebenso von Animen aus Genf und Johnossi aus Schweden. Einig ist er sich mit Festival-Mediensprecher Michael Günter, dass neben Volbeat auch eine kleine Frau aus Frankreich dem Festival ein Highlight bescheren könnte: Die quirlige ZAZ. «Eine Wucht auf der Bühne», so Günter.

Zur Kritik von Berthoud sagt Günter: «Gerne hätten wir eine Band wie Biffy Clyro auf dem Gurten begrüsst, haben dafür auch lange gekämpft und offeriert, aber schlussendlich hat es datumsmässig einfach leider nicht geklappt.»

Günter qualifiziert das diesjährige Programm als «recht rockig». Die Festivalleitung setze erneut auf einen guten Mix aus internationalen Stars und Schweizer Musik. 22 der insgesamt 53 Auftritte auf den drei Bühnen des Gurtenfestivals bestreiten Schweizer Bands.

Bezahlen ohne Geld

Eine Neuheit bietet das 30. Gurtenfestival im organisatorischen Bereich: Wer will, kommt an den vier Tagen auf dem Berner Hausberg ohne hartes Geld aus. Als zweites Schweizer Open-Air-Festival neben jenem von St. Gallen führt nämlich das Gurtenfestival heuer das bargeldlose Bezahlen ein.

Laut Günter war das Interesse an den Armbändeln mit eingebautem Chip, die man sich nach Hause schicken lassen konnte, gross: 20'000 Personen besitzen bereits eins. Diese Bändel böten sowohl den Festival-Besuchern als auch den Organisatoren Vorteile, sagt Günter, und lägen international im Trend.

Der Vorteil für die Besucher: Wer sich schon vor dem Festival hat registrieren lassen, gelangt aufs Gelände, ohne für den Umtausch vom Ticket auf das Festival-Armband anstehen zu müssen. Und beim Bezug von Waren muss man nur den Arm an ein Lesegerät halten. Der Vorteil für die Organisatoren: Sie müssen weniger Bargeld zum Wechseln bereithalten, laut Günter jeweils «eine extreme logistische Herausforderung».

Günter geht auch davon aus, dass das Festival für Diebe viel unattraktiver wird. Auf die Bändel hätten einige Bezüger schon hohe Beträge heruntergeladen, andere nur zwei Franken, um mal zu schauen, ob es klappt.

Grosses Zuschauerinteresse

Das Gurtenfestival ist vom Zuschauerinteresse her derzeit so gut unterwegs wie im vergangenen Jahr, als mit 76'000 Besuchern ein Rekord registriert wurde. Noch sind Tickets für den Donnerstagabend erhältlich und ein paar wenige auch für den Sonntag. Ob das Festival für die Organisatoren zu einem kommerziellen Erfolg wird, hängt aber auch vom Wetter ab.

Apropos Sonntag: Dieser hält auf der Hauptbühne ein recht spezielles Programm bereit. Zuerst tritt die Walliser Popsängerin Stefanie Heinzmann auf, dann folgt ZAZ, die Britin Emeli Sandé und schliesslich «Die Fantastischen Vier», und zwar unplugged.

Das heisst im Fall der deutschen Formation, dass sie mit einem 24-köpfigen Streichorchester auftritt. «Das hat man in dieser Form auf dem Gurten noch nicht gesehen», sagt Günter. Es soll der krönende Abschluss des 30. Gurtenfestivals sein, möglichst bei untergehender Sonne und nicht im Schlamm.

SDA/mas

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