Kollegah in Afrika

Skandal-Rapper Kollegah, immer wieder mit antisemitischen Texten aufgefallen, beschenkte Kinder in Uganda. Ist das mehr als Image-Pflege?

Kollegah in Uganda: «Selber vor Ort fahren und den Shit regeln».


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Der deutsche Rapper Kollegah, einstmals bekannt für ein paar durchaus sehr smarte Wortspiele in seinen Texten, inzwischen aber vor allem für raunenden Antisemitismus und erfolglose Seminare zum Thema hypermaskuliner Erfolg, hat sich nach Uganda begeben. Er will dort laut eigener Aussage einen Teil des durch die (mittlerweile eingestellten) Seminare verdienten Geldes in ein Schulprojekt investieren.

Man kann jetzt natürlich nur spekulieren, inwieweit hier jemand seinem etwas lädierten Ruf ein wenig Kosmetik verpassen will. Aber nun, man könnte auch einfach sagen: So lang Menschen in Uganda davon profitieren, soll er es eben machen. Allerdings trägt das dazugehörige Video den Titel «Kinder retten in Uganda», was ja schon die schlimmsten Befürchtungen weckt. Und leider, leider: Der Rapper, der bürgerlich Felix Blume heisst, erfüllt mit Anlauf sämtliche Klischees des weissen Retters, der ahnungslos aber medienwirksam ein paar schwarze Kinder tätschelt.

Kollegah überdreht diese Rolle sogar auf besonders tragische Weise: Zunächst einmal referiert er in endlosen Monologen über sein neues Engagement für den «vergessenen Kontinent», von dessen «Elend, Leid und Hunger» man bei uns ja kaum etwas mitbekomme. Dort angekommen, erklärt er Aktivistinnen deren eigenes Projekt («selber vor Ort fahren und den Shit regeln»), hält dann noch kurz im Supermarkt und lädt sich den Kofferraum voll Spielzeug, das er schliesslich bei einer Schule ablädt, damit das mit den Aufnahmen dankbarer Kinderaugen auch sicherlich klappt. Das Ganze wiederholt er dann noch einmal, diesmal mit etwas Obst. Und dann geht auch schon wieder der Flieger zurück nach Hause. (red)

Erstellt: 06.01.2020, 15:35 Uhr

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