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«Ein heftiges Auskotzen, ein grosser Mittelfinger»

Die eigene Angst als Metapher für den Zustand in Deutschland: Casper am letztjährigen Openair St. Gallen.

Vor einem Jahr schien alles gut. Mit «Lang lebe der Tod» war eine vielgelobte Single erschienen, für die Sie den Kopf der Einstürzenden Neubauten, Blixa Bargeld, als Gast gewinnen konnten. Die Kampagne für Ihr viertes Album lief. Warum haben Sie dann plötzlich alles auf unbestimmte Zeit verschoben?

Das klingt durchaus aber auch ein bisschen kokett.

Was wollten Sie denn konkret nicht mehr?

Allerdings sind Sie auch alles andere als ein klassisches Produkt der Musikindustrie. Und den Erfolg nach Ihrem Debüt «xoxo» wollten Sie doch auch?

Ist der Kanye-Teil nicht das, worum es geht, wenn man Erfolg mit Popmusik haben möchte?

So etwas kennen vermutlich viele Leute, die in der Öffentlichkeit stehen.

Vielleicht müssen Sie einfach noch lernen, sich vernünftig abzugrenzen?

Nun erscheint «Lang lebe der Tod», der Titel ist geblieben. Wie viel von diesem Album steckte schon in der Version vom vergangenen Jahr?

Weil Sie alles in Frage gestellt haben?

Eine Phase, die Sie nun im Song «Deborah» thematisieren.

Und irgendwann haben Sie darüber einfach geschrieben?

Wie geht die Arbeit dann los?

Spielt in dem Prozess Musik anderer Künstler eine Rolle?

Manchmal hat man beim neuen Album den Eindruck, dass die eigene Angst für Sie eine Metapher für den Zustand des Landes ist?

«Bild' mir keine Meinung aus dieser Zeitung, die von Verleumdungen lebt», rappen Sie etwa, «Morgellion» ist ein Song über Wutbürger und Verschwörungstheoretiker, und generell geht es viel um den Tod. Hier spricht aber schon nicht nur die Kunstfigur «Casper», sondern auch sein Schöpfer Benjamin Griffey, oder?

Oha.