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Luther, Wagner, Pink Floyd

Der britische Rockmusiker Roger Waters wird von der ARD boykottiert. Ihm wird Israelkritik vorgeworfen.

Roger Waters 2013 an seinem Konzert «The Wall Live» im Zürcher Letzigrund. Die ARD hat am Dienstag mitgeteilt, dass sie seine Konzerte im Juni 2018 nicht ausstrahlen wird.
Roger Waters 2013 an seinem Konzert «The Wall Live» im Zürcher Letzigrund. Die ARD hat am Dienstag mitgeteilt, dass sie seine Konzerte im Juni 2018 nicht ausstrahlen wird.
Walter Bieri, Keystone

Mehrere ARD-Sender haben am Dienstag bekannt gegeben, sie würden die Auftritte von Roger Waters im Juni 2018 nicht ausstrahlen. Sie werfen dem Mitbegründer, Texter und Bassisten von Pink Floyd vor, einen Kulturboykott gegen Israel zu unterstützen. Waters hatte schon immer eine klare politische Haltung vertreten. In der Türkei zum Beispiel hat sich er schon im Sommer 2013 gegen die Unterdrückungspolitik von Recep Tayyip Erdogan verwahrt und in Amerika gegen Donald Trump und andere missliebe Politiker Stellung genommen. Roger Waters, Sohn eines kommunistischen Elternpaares, der viel Geld wohltätig verteilt, ist ein Milliardärssozialist.

Aber Waters kritisiert den Staat Israel. Deshalb hat er sich der englischen Organisation Artists for Palestine (Apuk) angeschlossen, die Israel als einen Apartheid-Staat wertet und dazu aufruft, das Land zu boykottieren. Wie früher Südafrika. Künstler wie Radiohead oder Nick Cave wurden für ihre Auftritte in Israel von der Organisation beschimpft, was wiederum dazu führt, dass die deutsche Kritik an Apuk stärker wird.

Roger Waters hat sich noch nicht zum Boykott der Konzerte geäussert. Der Konzertveranstalter Marek Lieberber, selbst Kind von Holocaust-Überlebenden, findet den Entscheid der ARD lächerlich. Waters wolle und könne er das Recht auf Meinungsfreiheit nicht absprechen, sagte er im «Mannheimer Morgen». Den besorgten öffentlich-rechtlichen Medien empfiehlt er, doch auf die antisemitischen, teilweise blutrünstigen Theorien von Leuten wie Martin Luther oder Richard Wagner hinzuweisen. Roger Waters’ Werk sei weder antisemitisch noch antijüdisch.

Aber Roger Waters hat grosse Mühe, auf die Meinung eines anderen einzugehen. Er argumentiert humanistisch, mag aber die Menschen nicht. Ein Misanthrop, der für den Frieden singt.

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