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Mick Jagger und die Cumulus-Karte

André Béchir hat sie alle getroffen, die grossen des Rock'n'Roll. Mit Bruce Springsteen fuhr er gar zum Fondueplausch auf den Pilatus - hier seine denkwürdigsten Erlebnisse.

Die schlechten Erlebnisse blieben länger hängen, sagt André Béchir, seien dafür im Nachhinein lustiger; dafür würden die guten Begegnungen bei weitem überwiegen. Dennoch fallen ihm zuerst unangenehme Begebenheiten ein.

Zum Beispiel 1979, als Frank Zappa mit dem Rücken zum Publikum spielte und die Leute Gegenstände auf die Bühne warfen. Zappa verlangte eine Entschuldigung. Béchir: «Ich nahm einem meiner Helfer den Badge ab und schickte ihn auf die Bühne.» Zappa akzeptierte die Entschuldigung und gab dann, man erinnert sich, ein grossartiges Konzert.

5000 Dollar mehr

Besonders schlecht ist Béchir auf Chuck Berry zu sprechen, wie so viele in der Branche. Einmal verlangte dieser 5000 Dollar mehr, weil ihm kein weisser Marshall-Verstärker hingestellt wurde (die es gar nicht gibt). Bei einem späteren Konzert in Champex wollte Berry gar 15 000 Dollar zusätzlich. Béchir weigerte sich und liess das Eisentor schliessen, durch das der Musiker noch vor dem Konzert mit seinem Auto davonfahren wollte. Das frustrierte Publikum umkreiste den Wagen und hämmerte aufs Dach.

Die meisten Künstler schotteten sich heute ab, sagt Béchir, es gäbe aber auch Ausnahmen. Beim letzten Schweizer Auftritt der Rolling Stones in Lausanne habe sich Mick Jagger detailliert nach der Cumulus-Karte der Migros erkundigt, «er wollte alles wissen». Und vor ihrem Konzert in Dübendorf habe sich Keith Richards von hinten an Bundesrat Schmid herangeschlichen und ihm wuchtig auf die Schulter geklopft.

Tina, eine gute Freundin

Besonders gerne erinnert sich Béchir an die frühen Konzerte mit Tina Turner, vor 700 oder 1200 Leuten im Zürcher Kongresshaus. Dabei sei eine Freundschaft entstanden, die bis heute anhalte. «Ich habe ihr immer gesagt, sie werde es schaffen.» Sie ist «ein guter Mensch», und er freue sich über ihren Erfolg. Unvergesslich bleibt für ihn auch der Ausflug mit Bruce Springsteen auf den Pilatus, im November 1981, nach dessen erstem Schweizer Konzert. «Wir assen oben Fondue, verpassten die letzte Seilbahn und mussten dann eine Extrafahrt in Anspruch nehmen.»

Gefallen hat ihm auch die Einkaufstour mit den Musikern von Kiss. Die vier hätten Uhren gekauft und seien dabei unglaublich freundlich und zuvorkommend gewesen. Imponiert hat ihm auch Billy Joel, als im Hallenstadion plötzlich der Strom ausging. «Joel spielte weiter Klavier und sang dazu — ohne Mikrofon.» Selbst mit Bob Dylan hatte der Veranstalter eine ungewöhnliche Begegnung. Dylan sei als Künstler zwar alles andere als einfach, sagt er, «aber einmal hat er ein Bild von mir gemalt, das er mir dann schenkte, und dabei lange mit mir geredet.»

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