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Mit ihren Songs wurde eine Generation erwachsen

Die Songs von Roxette bewegten Millionen. Nun ist die Sängerin Marie Fredriksson im Alter von 61 Jahren gestorben.

Sie kämpfte 17 Jahre lang gegen den Krebs: Marie Fredriksson, hier bei einem Auftritt im Jahr 2012. Foto: Getty Images
Sie kämpfte 17 Jahre lang gegen den Krebs: Marie Fredriksson, hier bei einem Auftritt im Jahr 2012. Foto: Getty Images

Wer Ende der Achtziger- und Anfang der Neunzigerjahre mit MTV, Kuschelrock-CDs und der «Bravo» aufgewachsen ist, ist auch mit Roxette aufgewachsen. Und damit mit der Stimme von Marie Fredriksson. Die 1958 geborene Schwedin war es, die Powerballaden wie «Listen to Your Heart» oder «It Must Have Been Love» schmetterte – und Autoradio-Nummern wie «Joyride» zu grossen «Na-na-na»-Mitsing-Hits veredelte. Es waren Songs, die so einfach geschrieben waren und sehr locker auf den grossen Effekt abzielten, dass sie für immer im Kopf und den Erinnerungen festhängen werden.

Auf dem «Joyride»: Roxette mit einem ihrer grossen Hits. Video: Roxette (Youtube)

Denn grosse Gefühle und grosse Ausgelassenheit, ohne ins Unverbindliche und Retortenhafte abzudriften: Das konnte das Duo um den Gitarristen und Songwriter Per Gessle und Marie Fredriksson wie kaum eine andere Gruppe jener Zeit. Die beiden gaben sich ja auch nie abgehoben; man hatte beim Schauen der Videos und beim Hören ihrer Songs stets das Gefühl, dass Popstars auch ganz normal, und vielleicht auch ein bisschen langweilig sein dürfen. Mit diesem Perfektionieren des Mittelmässigen, wie die «Süddeutsche Zeitung» einmal schrieb, wurden sie supererfolgreich – weltweit verkauften Roxette über 75 Millionen Alben. Und sie hatten Hits in China, in den USA und natürlich in Europa.

Auch für diese Hymnen waren sie berühmt: «It Must Have Been Love». Video: Roxette (Youtube)

Nach dem lange anhaltenden Triumph in den Neunzigern folgte 2002 der Niederschlag für Marie Fredriksson, als bei ihr ein Hirntumor diagnostiziert wurde. Seither kämpfte sie gegen den Krebs, was sie nicht davon abgehalten hat, Soloalben einzusingen. 2008 erreichte sie als Solokünstlerin mit dem schwedisch gesungenen Song «Där du andas» zum ersten Mal die Hitparadenspitze in ihrer Heimat.

Es folgten auch neue Roxette-Alben, so 2011 die Comeback-Platte «Charm School». Doch Fredrikssons Krankheitsgeschichte, die auch ihre Autobiografie «Listen to My Heart: Meine Liebe zum Leben» prägte, bestimmte ihre weitere Karriere: 2016 mussten Roxette ihre Jubiläumstour abbrechen, und Fredriksson zog sich vom Konzertbetrieb zurück.

Zu ihrem 60. Geburtstag 2018 veröffentlichte Marie Fredriksson eine letzte Single: «Sing Me a Song» hiess die Jazzballade, die von ihrem Mann Mikael Bolyos geschrieben wurde, und Fredriksson schloss mit der Zeile: «Sing me a song, so I can cry».

Am Montag ist Marie Fredriksson im Alter von 61 Jahren gestorben, wie ihr Management mitteilte. Jene Generation, die vor zwanzig Jahren zwischen den Jahrzehnten gross geworden ist, wird noch einmal schwelgen mit der Stimme dieser Sängerin, die ganz losgelöst vom popkulturellem Coolness-Dünkel einen Soundtrack jener Zeit erschaffen hat.

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