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Neues Studioalbum, das klingt wie eine Best of

Auf seinem neuen Album «Bad As Me» zeigt sich der US-Amerikaner Tom Waits sehr vielseitig. Geblieben ist vor allem eines: Sein tiefes, rauhes und krächziges Organ.

Schräge Klänge und melancholische Balladen: Tom Waits bei einem Auftritt in New York im letzten März.
Schräge Klänge und melancholische Balladen: Tom Waits bei einem Auftritt in New York im letzten März.
Keystone

Tom Waits hat viele Facetten: Mal betört er mit melancholischen Balladen, mal verstört er mit schrägen Klängen, mal singt er mit dunkler Stimme den Blues, dann knurrt und bellt er als gäbe es kein Morgen. Alles zusammen findet man auf dem neuen Album «Bad As Me».

Die erste Studio-Produktion mit frischem Material seit «Real Gone» (2004) klingt fast wie eine «Best Of» des kalifornischen Troubadours, manchmal zeigen sich gleich mehrere Seiten Waits' in einem Song.

Da gibt es den Geschichtenerzähler, dem man ergriffen lauscht, den Innovator, der den Hörer in Klanglandschaften entführt, die es erst zu erforschen gilt, den leidenschaftlichen Gospelsänger und sogar den zügellosen Rocker: die Namen «Mr. Jagger und Mr. Richards» fallen nicht zufällig.

Sein 17. Studiowerk kommt in drei Versionen in den Handel, weil sich auch ein Tom Waits dem Geschäft nicht entziehen kann. Neben der Standard-CD gibt es eine «Deluxe» Ausgabe mit zwei Scheiben und einem 40-seitigen Booklet mit Fotos und Texten. Vinylfans werden mit einer 180 Gramm schweren Scheibe samt CD als Beigabe bedient.

Bänkelsänger der Underdogs

Tom Waits, Sohn eines später geschiedenen Lehrerehepaars, wird am 7. Dezember 62 Jahre alt. Von der Debüt-Platte «Closing Time» (1973) bis zu «Bad As Me» fasziniert er die Fans seit fast vier Jahrzehnten mit abgründigen, düsteren Songs, von denen er etliche zu Erfolgsmusicals - «The Black Rider», «Alice in Wonderland», «Woyzeck» - gebündelt hat.

Waits erzählt von den Verlierern und Underdogs der amerikanischen Gesellschaft, von Gewalt, Suff und Depression. Trotz aller stilistischen Wandlungen und Experimente ist vor allem seine Stimme immer unverwechselbar geblieben: ein tiefes, raues und krächziges Organ.

SDA/mrs

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