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Play/Listen: Können Schweizer rappen?

Der kommende Sonntag gilt vielen als Geburtstag des Hip-Hops. Wir präsentieren die Geschenke hiesiger Rapper – von Black Tiger über Bligg bis Paar@Ohrä.

Ein Pionier der Schweizer Hip-Hop-Szene: Black Tiger.
Ein Pionier der Schweizer Hip-Hop-Szene: Black Tiger.

Der Rap kommt aus dem Ghetto. In der Schweiz gibts keins, der Hauptgesprächsstoff fällt daher weg. Aber es gibt Ansätze, dem Geburtstag des Hip-Hops nichtsdestotrotz Ehre zu erweisen (am 11. August 1973 stieg die legendäre Party von DJ Kool Herc, an der angeblich erstmals eine Instrumental-LP mit Rap kombiniert wurde).

Den sozialkritischen Ansatz etwa, den MC Rony und Black Tiger, zwei Pioniere des Mundart-Raps, mit «Wie fair isch' es?» verfolgen: «Mi Mom verliert ihre Job dure schwanzgstüürete Chef, e richtige Vollidiot...» Dabei geht es um die Kritik an den Zumutungen im Kleinen in einer Welt, die im Grossen und Ganzen ganz in Ordnung ist. Systemkritik der grundsätzlichen und konsequenten Art findet sich im hiesigen Hip-Hop nicht.

Eine andere Möglichkeit besteht im Zelebrieren der Eigenarten der eigenen Sprache: Liricas Analas reimen auf Rätoromanisch und machen ihr Exotentum zum Alleinstellungsmerkmal und peppen ihre Rap-Einlagen noch mit Discosound auf.

Bligg dagegen will nicht mehr für seine Clique rappen wie früher mit Bligg'n'Lexx. Er zieht sich lieber volkstümlich an und feiert die Schweiz. Und es klappt, Bligg ist der erfolgreichste Hip-Hopper der Deutschschweiz. (Auch wenn Gimma von sich behauptet, der «Superschwiizer» zu sein.)

Und die Romandie? Klar, die hat Stress, und mit leichter Sehnsucht erinnert man sich auch an eine tolle Combo namens Sens Unik.

Und da gibts natürlich noch die naheliegendste Möglichkeit, nämlich das Partytum und dessen Exzesse zu bereden. Chlyklass können mit «Hacke Paul» einen Rap davon hinlegen, derweil es Steff la Cheffe ruhiger nimmt und Paar@Ohrä sagen: «Ich gang hei.»

Und welches ist Ihr liebster Mundart-Rap? Sagen Sies uns im Forum, und gewinnen Sie einen Spotify-Account.

Der Sieger der letzten Woche ist übrigens Domi Hauenstein, der «Surf Wax America» von Weezer empfahl.

Auch auf Redaktion Tamedia: Eine musikalische Reise – von der Vergangenheit bis in die Gegenwart des Hip-Hops – mit dem Zürcher Rap-Urgestein EKR.

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