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Play/Listen: Rock die Agglo

Eine Playlist für Vorstadtexistenzen und für alle, die es noch werden wollen. Und Ihr Vorschlag? Der beste Beitrag wird prämiert.

Sie heissen Schwamendingen, Colchester oder The Woodlands. Es sind Vorstädte und Unorte. Sie sind langweilig und kulturlos, und Del Amitri haben das Leben in ihnen mit einem Plattenspieler verglichen, auf dem der immer gleiche Song läuft: «Nothing Ever Happens». Doch die Existenz in der Endlosrille hat erstaunlich viel hervorragende Popmusik hervorgebracht: von Ray Charles' Aufbruch in die Bannmeile in «I'm Gonna Move to the Outskirts of Town» bis zum meisterhaften Album, das die kanadischen Arcade Fire vor drei Jahren mit «The Suburbs» veröffentlicht haben.

Denn Generationen von Teenagern wiesen ihn zurück, den suburbanen Traum von einem Leben in der sicheren, behüteten Nachbarschaft neu hochgezogener Quartiere – und formulierten dazu, bewaffnet mit Gitarren und Schlagzeugen, ihr lautes, aggressives Gegenprogramm. So verspotteten die Sex Pistols in «Satellite» die hässlichen Mädchen aus der Vorstadt und Blur die grauen Aggloexistenzen wie «Ernold Same». Und doch – da und dort schlich sich auch eine wehe Sehnsucht zwischen die Akkorde, eine Nostalgie nach der verlorenen Jugend in der verlorenen Vorstadt.

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