Pop-Briefing: Nimm das, Elon Musk!

Diese Woche in der Popkolumne: Taylor Swifts Musik liegt in den Händen ihres Feindes, Rapper brechen aus dem Tesla aus, und eine Playlist mit viel Gitarren.

Ihr gehört die Zukunft, doch die Vergangenheit wurde ihr geraubt: Taylor Swift. Foto: PD

Ihr gehört die Zukunft, doch die Vergangenheit wurde ihr geraubt: Taylor Swift. Foto: PD

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Das muss man hören


Während einige sehnlichst, andere doch recht bange auf Ed Sheerans «Collaborations Project»-Album (mitsamt den Frauenfeld-Hauptattraktionen Cardi B, Travis Scott und Stormzy sowie Justin Bieber oder Eminem) warten, lohnt sich einmal mehr der Blick an die Ränder.

Nach zwei Alben voller experimenteller Riddims und dem Kreischen des Adlers veröffentlicht die jamaikanische Equiknoxx-Music-Crew eine Sammlung mit Songs. Diese heisst «Eternal Children», man hört die Stimmen von Shanique Marie und befreundeten MCs, beispielsweise dann, wenn sie mit dem Tram durch Manchester fahren. Die Musik von Equiknoxx ist nun also zugänglicher, aber nicht viel weniger eigenartig; mal schauen, was da noch alles kommt.

Auch immer noch aktuell ist das Album von Injury Reserve. Die Rap-Combo aus Phoenix zeigt, dass abseits der Superstar-Produktionen sehr viel möglich ist. Ihr selbstbetiteltes Album ist sehr lustig – beispielsweise in «Jailbreak the Tesla» – sehr brutal und am Schluss dann auch sehr melancholisch. Nimm das, Elon Musk!

Darüber wird gesprochen


Wem sollte man seine Master Recordings anvertrauen? Besser nicht Universal Music, wie in den letzten beiden Briefing-Ausgaben berichtet wurde. Aber wahrscheinlich wäre Taylor Swift froh, auch ihre bisherigen Aufnahmen wären verbrannt worden. Denn die Alben, die sie für das Label Big Machine veröffentlicht hat, gehören nach dem Verkauf des Labels nun der Firma von Scooter Braun, was für Swift der schlimmstmögliche Albtraum ist. Jahrelang habe sie gemäss einem Blog-Post unter dem «unablässigem, manipulativen Mobbing» des Justin-Bieber-Managers gelitten. Als Mobbing-Beispiele nennt sie dann auch das «Revenge Porn»-Video «Famous» von Kanye West, der einst Klient von Braun war. Ihr musikalisches Erbe, so schreibt Taylor Swift weiter, liege jetzt also in den Händen von jemandem, der versucht habe, dieses zu demontieren.

Immerhin: Die zukünftigen Songs gehören nicht Scooter Braun, sondern Taylor Swift veröffentlicht ihr neues Album «Lover» bei Universal. Und dieses wird ganz und gar ihr gehören.

Das Schweizer Fenster


Es ist Festivalsaison, und da passt es ganz gut, wenn das Luzerner Rap-Trio GeilerAsDu mit ihrer «Fyre Festival Diaries»-Playlist an das wohldokumentierte Rich-Kids-Debakel-Festival erinnern. Zumindest im Titel. Die sechs Songs auf dieser Playlist, die immer wieder Zuwachs erhält, sind jedenfalls alles andere als ein Debakel. Nämlich schlicht viel frischer als du, beispielsweise auch gerade der erste Track «Sauce».

Was blüht


Dreimal ein ausverkauftes Letzigrund. Denn nach den Büetzer-Buebe haben nun auch Rammstein für den Sommer 2020 Konzerte im Zürcher Stadion angekündigt. Die Tickets für die beiden Shows gehen am Freitag in den Vorverkauf.

Das Fundstück


Das englische Schrittmacher-Label Warp feierte jüngst den 30. Geburtstag mit einem langen Radio-Wochenende. Auf dem Sender NTS gab es rund um die Uhr Live-Sets und Mixes, etwa von den Boards of Canada, Flying Lotus, Lonelady oder Danny Browns Tesla-Playlist. Sehr empfohlen ist auch Leilas «A History in Bootlegs», das unten eingebettet ist, während es hier zum Archiv geht, in dem hoffentlich auch noch das Set von Autechre in Bälde auftauchen wird.

Die Wochen-Tonspur


Gitarren endlos – mit der Trancemusik von 75 Dollar Bill, mit dem Sommerhit der Black Keys oder dem feinen «Be Still Moon» von Steve Gunn. Doch es gibt auch Stormzy, Madlib und Julien Baker, die mit einem Cover von «The Modern Leper» an den verstorbenen Frightened-Rabbit-Sänger Scott Hutchison erinnert. Es rührt zu Tränen.

Erstellt: 02.07.2019, 12:43 Uhr

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