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Pop-Briefing: Klatsch mit Sir Elton

Die aktuelle Pop-Kolumne bringt fantastischen Fiedel-Soul von Sudan Archives, weitere Songs, die man sich anhören sollte – sowie Elton Johns Autobiografie.

Da sagte er bereits einmal Goodbye: Sir Elton in Montreux. Foto: Valentin Flauraud (Keystone)
Da sagte er bereits einmal Goodbye: Sir Elton in Montreux. Foto: Valentin Flauraud (Keystone)

Das muss man hören

Afrofuturistischer Soul – mit Geige, Loops und Beats: Das spielt Brittany Parks alias Sudan Archives. Man hörte diese Musik bereits auf ihren ersten EPs, auf zahlreichen Tracks, die sie auf Soundcloud gestellt hat – darunter das viertelstündige «I Can't Breathe» –, oder in einer Transformation von Kendrick Lamars «King Kunta».

In einer Woche erscheint nun ihr Debütalbum «Athena», und es könnte eine der Veröffentlichungen der Saison werden. Mindestens die Vorabsingle «Glorious» ist nämlich nichts weniger als ein Hit.

Darüber wird gesprochen

Elton John hat seine Autobiografie veröffentlicht. «Me» heisst sie – und anders als der sehr schöne, doch auch sehr musicalhafte Film «Rocketman» geizt Sir Elton nicht mit Frivolitäten aus den Siebzigern. Damals wurde seine Villa in Los Angeles zu einem Ort der ausschweifenden Drogen- und Sexpartys. Elton John war dabei eher der Voyeur und Gastgeber, der sich Sorgen um sein Haus machte. Als es Freunde von ihm auf dem Snookertisch trieben, stand er als Stimmungskiller daneben und rief: «Passt bloss auf, dass ihr nicht auf dem Billardtuch kommt!» Jedenfalls: Das Buch, das seit gestern auch auf Deutsch vorliegt, ist ein Fest der Anekdoten. Und überbrückt die Wartezeit bis zu seinen wiederholten Schweizer Abschiedskonzerten, die in einem Jahr im Zürcher Hallenstadion stattfinden. Montreux? War ihm wohl nicht genug – oder dann doch zu heiss.

Das Schweizer Fenster

Wie klingt eigentlich der experimentelle Schweizer Untergrund? Das peruanische Label Buh Records weiss es und hat den Sampler «Interactions: A Guide to Swiss Underground Experimental Music» veröffentlicht – den man unbedingt erkunden sollte.

Poppiger, aber doch auch experimentell und sehr offen klingt der neue Track der Band Omni Selassi. «Sylvester Stylonce» heisst er und schlägt einen schönen und weiten Bogen durch die verschiedensten Post-Punk-Spielarten.

Was blüht

Am Freitag soll Kanye Wests Jesusalbum «Jesus Is King» nun aber wirklich erscheinen – und damit diesen blühenden Kolumnenpunkt wieder für Weltlicheres freigeben. Gleichzeitig läuft in einigen Imax-Kinos (nicht aber in der Schweiz) die passende Doku. Hier, ein erster Vorgeschmack:

Das Fundstück

Die Dylanologen werden das Stück natürlich längst dank ihren Bootleg-Sammlungen kennen, doch für uns Sterbliche ist dieser Studio-Take von «Wanted Man» aus gemeinsamen Sessions von Johnny Cash und Bob Dylan doch einigermassen erhebend – und vor allem sehr, sehr lustig. Gute Zeiten!

Die Wochen-Tonspur

Obacht, Tränengefahr! Denn gleich zu Beginn sind die Stimmen von Julie Doiron und Phil Elverum zu hören, der als Mount Eerie sowieso die traurigsten Lieder überhaupt singt. Es folgen dann beispielsweise der Fussballpoetiker Richard Dawson, der Pöstler Frank Ocean mit seinem neuen «DHL»-Song und die grossartige Vagabon. Wer dann wieder weinen möchte? Hört einfach Bonnie «Prince» Billys «In Good Faith».

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