Pop-Briefing: Was wird das für ein Jahr!

Die aktuelle Popkolumne – mit den ersten Platten des Jahres, Tracks gegen Ed Sheeran und Büetzer in der Casting-Show.

Wer ist das Kind? Meg Remy alias US Girls blickt recht bange in die Zukunft. Foto: PD

Wer ist das Kind? Meg Remy alias US Girls blickt recht bange in die Zukunft. Foto: PD

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Das muss man hören

Was für ein Jahr schreiben wir eigentlich? Die Band Algiers aus Atlanta, Georgia, behauptet im Titel ihres neuen Albums jedenfalls: «There Is No Year». Und doch kann man 2020 sehr gut mit diesen sehr dringlichen Gospel-Punk-Wave-Songs beginnen, die sich zu Beginn fast immer in den roten Bereich reindrehen. Es geht, mit zunehmender Spieldauer, aber auch ruhiger, etwas, das man bei Sänger Franklin James Fisher bislang nicht allzu oft vernommen hat – was die Songs grösser macht. Denn die gesellschaftliche Unrast, die diese Band an- und umtreibt, hört man auch so, wie in der Single «We Can't Be Found». Es ist die Ruhe vor dem Schlusssturm.

Und dann hat auch noch Meg Remy, besser bekannt als US Girls, ihr neues Album angekündigt. «Heavy Light» heisst es, und der erste bereits veröffentlichte Song «Overtime» ist vielleicht ein bisschen weniger umwerfend als die meisterhaften Singles der Vorgängeralben. Aber spätestens beim Saxofon-Einsatz, ja, da tanzt dann alles los, selbst nach Extraschichten.

Darüber wird gesprochen

In England balgen sich die Grime-Protagonisten der verschiedenen Generationen. Der Genre-Götti Wiley wetterte in einem ersten Battle-Track gegen Stormzy, der es auf seinem neuen Album «Heavy Is the Head» bereits zum wiederholten Mal gewagt hat, mit dem liebevoll gehassten Ed Sheeran zusammenzuarbeiten. Stormzy nahm den Fehdehandschuh auf, veröffentlichte seinerseits einen Track, der sich gegen Wiley gerichtet hatte, und seither geht es für Aussenstehende recht unterhaltsam hin und her. Mittlerweile hat Wiley seinen dritten Track gegen Stormzy abgefeuert, so klingt er:

In dieses Duell hat sich nun auch die Band Black Midi eingeschaltet, mit einem Track, der rasch wieder gelöscht wurde. Aber was einmal online war, bleibt auch irgendwo online. Beispielsweise hier:

Das Schweizer Fenster

Die Schweiz ist diese Woche Fokusland am Showcase-Festival Eurosonic im holländischen Groningen. Und wer dort den versammelten Bookingagenturen auffällt, kann die Zukunft im Musikgeschäft gewöhnlich ein bisschen gelassener angehen. Bereits jetzt: Viel Erfolg der sehr üppigen helvetischen Pop-Delegation, die morgen genauer unter die Lupe genommen wird.

Was blüht

Casting-Shows waren nie tot, wie die x-te «Deutschland sucht den Superstar»-Staffel beweist. Hierzulande hat man dieses Format aber doch allmählich vergessen. Der TV-Sender 3+ reaktiviert nun aber «The Voice of Switzerland» (aka die Show mit den imposanten Drehstühlen), Ende Januar gehts los. Als Coaches amten Pegasus-Sänger Noah Veraguth und Anna Rossinelli, aber auch die Büetzer Buebe Gölä und Trauffer sowie DJ Antoine. Viel Spass schon jetzt.

Das Fundstück

Immer wieder lohnt sich ein Blick auf die musikalische Superstadt Glasgow. Und weil Schottland per Zug nur schwer zu erreichen ist, empfiehlt sich ein Ausflug auf die Website des dort ansässigen Plattenladens Monorail Records, der immer wieder lokale Produktionen ins virtuelle Schaufenster stellt. Diesen Monat ist etwa der Sampler «Youth Stand United» zu entdecken. Und man hört grossartige Disco-Tracks, die auf der Achse Glasgow und Ghana entstanden sind und vieles aushebeln.

Die Wochen-Tonspur

Chill-out-Playlisten gibts mehr als genug, deshalb hier: Zehn Songs und Tracks eröffnen die frisch eröffnete Tonspuren-Jahres-Playlist, die zuweilen herausfordern – aber auch neue Pop-Perspektiven zeigen. Auch dabei: ein altes Lied von A Tribe Called Quest, das aber nie alt wird.

Wer wissen will, wie diese Popkolumne 2019 geklungen hat: Hier gehts zur nun finalisierten Pop-Briefing-Playlist.

Erstellt: 14.01.2020, 13:19 Uhr

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