Prostitutions- und Sex-Skandale um K-Pop-Stars

Seungri soll einen Prostitutionsring gedeckt, Jung Joon Young Sexfilme in einem Chat verbreitet haben – ohne die Zustimmung der Frauen, die er gefilmt hatte.

Musste seine Karriere beenden: Seungri. Er soll unter anderem Mitglied des Chats gewesen sein, in welchem Jung Joon Young Sexfilme verbreitete.

Musste seine Karriere beenden: Seungri. Er soll unter anderem Mitglied des Chats gewesen sein, in welchem Jung Joon Young Sexfilme verbreitete. Bild: Reuters

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Innert zwei Tagen wurden gar zwei grosse Skandale um Stars aus der südkoreanischen K-Pop-Szene bekannt. Chronik eines Skandals und wie der zweite mit dem ersten zusammenhängt.

Kapitel 1: Die ersten Vorwürfe
Die Verstrickungen um den Burning-Sun-Nachtclub in Seoul, wo Seungri für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich war, begannen im Januar. Dort sollen VIP-Kunden unter Drogen gesetzte Prostituierte zugehalten worden sein.

Seungri, der wegen seines luxuriösen Lifestyles «Koreas Great Gatsby» genannt wird, verkündete daraufhin via Instagram, dass er nichts davon wisse. Kurz darauf wurde das Burning Sun jedoch geschlossen, wie Eonline.com berichtete.

Kapitel 2: Chatverlauf aufgetaucht
Im Februar wurden die Vorwürfe erneut laut – Seungri brach darauf seine Solo-Tour ab. Es folgte die Veröffentlichung eines privaten Chatverlaufs aus dem Jahr 2016, in dem eindeutig über Prostituierte, die «keinen Wirbel machen» würden, gesprochen wurde.

Seungri tat den Auszug als gefälscht ab. Trotzdem schaltete sich die koreanische Antikorruptions- und Zivilrechtskommission ein. Prostitution ist in Südkorea illegal.

Kapitel 3: Der Druck wächst
Doch der öffentliche Druck auf das Plattenlabel und Seungri nahm weiter zu: Anfang März wurde Big Bangs Plattenlabel YG Entertainment vorgeworfen, Beweise zu vernichten. Eine Online-Petition forderte Seungris Rücktritt. Kurze Zeit später wurden Anklagen gegen ihn und andere aus dem erwähnten Chat erhoben – wegen Verdachts auf Prostitutionsvermittlung.

Kapitel 4: Flucht ins Militär
Seungri wollte sich, nachdem die Anschuldigungen erhoben worden waren, in den obligatorischen Militärdienst, der am 25. März beginnen sollte, flüchten. Die Polizei liess verlauten, dass die Untersuchungen dadurch nicht behindert würden. Seungri darf das Land zurzeit nicht verlassen. Er wolle mit den Behörden kooperieren.

Kapitel 5: Das Ende der Musikerkarriere
Auf Instagram gab der Sänger am Abend des 11. März bekannt, dass er nach dem zweijährigen Militärdienst nicht mehr Teil von Big Bang sein werde.

In seinem Post teilt er mit, dass er sich entschlossen habe, sich aus der Entertainment-Industrie zurückzuziehen. Der Skandal «sei zu gross geworden» – und er ertrage es nicht, andere zu verletzen. Er sei als Verräter dargestellt worden – mit dem Rücktritt wolle er auch die Ehre der Band und des Labels schützen. Er dankt den Fans für zehn Jahre Treue. Und entschuldigt sich.

Wird künftig ohne Seungri singen müssen: Die Band «Big Bang» aus Südkorea. Quelle: Youtube

Mittlerweile hat auch K-Pop-Star Jung Joon Young seinen Rücktritt bekannt gegeben. Der 30-jährige Sänger, der nach einem zweiten Platz in einer Talentshow zum Star aufstieg, gab am Dienstag zu, sich beim Sex mit Frauen gefilmt und die Aufnahmen ohne deren Zustimmung ins Internet gestellt zu haben.

In einer Erklärung schrieb er, dass er dabei «keine grossen Schuldgefühle» gehabt habe. «Ich räume alle meine Verbrechen ein», fügte er hinzu.

Jung gab seinen sofortigen Rücktritt vom Showbusiness bekannt. Nach Recherchen des Senders SBS war er einer von drei männlichen Künstlern in einem Chatroom, in dem einige Mitglieder heimlich gefilmtes Material sexueller Art mit mindestens zehn Frauen teilten.

2016 war Jung angeklagt worden, ein Video mit einer Sexpartnerin ohne deren Wissen und Einvernehmen aufgenommen zu haben. Doch die Frau zog ihre Beschuldigung zurück und die Staatsanwaltschaft liess die Anklage fallen.

Der K-Pop-Sänger Seungri, der mit der Boyband Big Bang grosse Erfolge feierte, war laut SBS ebenfalls Mitglied des Chatrooms. (20Minuten/ JEV/ SDA)

Erstellt: 14.03.2019, 09:52 Uhr

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