R. Kelly wehrt sich in neuem Song gegen Anschuldigungen

Mit «I Admit» weist der Musiker den Vorwurf zurück, er habe teils minderjährige Frauen sexuell missbraucht und sie sich in einem geheimen privaten Sexkult gefügig gemacht.

Im Zuge der «Me Too»-Bewegung hatten Aktivistinnen vor einigen Monaten die Hashtag-Kampagne #MuteRKelly (Schaltet R. Kelly stumm) ins Leben gerufen. Nun gibt der Rapper zurück. Bild: Keystone

Im Zuge der «Me Too»-Bewegung hatten Aktivistinnen vor einigen Monaten die Hashtag-Kampagne #MuteRKelly (Schaltet R. Kelly stumm) ins Leben gerufen. Nun gibt der Rapper zurück. Bild: Keystone

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Der Rapper R. Kelly hat sich erstmals zu den Vorwürfen geäussert, dass er seit Jahren sehr junge, teils minderjährige Frauen sexuell missbraucht und sie sich in einem klandestinen privaten Sexkult gefügig hält. Am Montag streamte der amerikanische R&B-Star über das soziale Netzwerk Instagram einen neuen, 19 Minuten langen Track mit dem Titel «I Admit». In dem gibt er alles Mögliche zu: dass er nicht in die Kirche geht, dass er die Schule abgebrochen hat, dass er dyslexisch ist, dass er Sex mit Fans hatte. Die Vorwürfe, dass er pädophil sei und junge Frauen gegen ihren Willen missbrauche, bestreitet er in dem Track kategorisch. Er verhöhnt seine mutmasslichen Opfer und sieht sich selbst als Opfer einer, wie er es in den Lyrics nennt, «big ass conspiracy». Zur Aufklärung der Spekulationen und Vorwürfe gegen ihn trägt er damit wenig bei.

R. Kelly wurde 1967 in Chicago als Robert Sylvester Kelly geboren und in den Neunzigerjahren mit Hits wie «Bump n' Grind» oder «I Believe I Can Fly» zum Star. In seinen Songs kultiviert er einerseits das Image des nimmersatten Sexgotts, andererseits das des rundum familienfreundlichen Balladen-Crooners. Er schrieb Songs für Michael Jackson und arbeitete mit dem Rapper Jay-Z zusammen.

Im März diesen Jahres strahlte die BBC eine Dokumentation aus, «Sex, Girls & Videotapes», die versucht, den Missbrauchs-Gerüchten auf den Grund zu gehen: Rocky Biven, ein ehemaliger Manager des Sängers, bezeugt darin, dass er bei der Ehezeremonie zwischen Kelly und der R&B-Sängerin Aaliyah im August 1994 zugegen war. Sie war damals 15. Kelly hat die Ehe mit der Sängerin, die 2001 bei einem Flugzeugabsturz starb, immer bestritten.

Auch ergeben die Recherchen des BBC-Teams, dass Kelly immer wieder nach demselben Muster junge Frauen, die von einer Musikkarriere träumen, in sein Studio lockt, sie in eigens angemietete Häuser in Chicago und Atlanta einziehen lässt. Danach brechen die Frauen monate-, teils auch jahrelang den Kontakt zu ihren Familien ab. Aus ihren Karrieren wird nichts. Die Familien erheben den Vorwurf, dass Kelly die jungen Frauen einer Gehirnwäsche unterziehe.

Im Jahr 2002 leakte eine private Videoaufzeichnung, die zeigt, wie ein Mann, der starke Ähnlichkeit mit R. Kelly hat, beim Sex mit einem 13-jährigen Mädchen auf dieses uriniert. Kelly wurde damals in Chicago in 22 Fällen wegen Kinderpornografie angeklagt. Im Jahr 2008 wurde er freigesprochen.

Im Zuge der «Me Too»-Bewegung riefen feministische Aktivistinnen vor einigen Monaten online die Hashtag-Kampagne #MuteRKelly (Schaltet R. Kelly stumm) ins Leben. Mit dem Ergebnis, dass der Ticketverkauf bei seinen Konzerten immer schleppender läuft, einige Konzerte wurden abgesagt. «I Admit» scheint nun der Versuch des Sängers zu sein, in die Offensive zu gehen und seine Karriere zu retten. Ungeachtet dessen, was an den Vorwürfen gegen ihn dran sein mag: Dass er den Track nur einmal via Instagram streamte und ihn ansonsten nirgends - nicht auf Spotify, nicht auf Youtube - verfügbar hält, erscheint doch eher als feige.

Erstellt: 24.07.2018, 12:25 Uhr

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