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Sex, Drogen und sogar Rock 'n' Roll

«Vinyl», die von Martin Scorsese und Mick Jagger konzipierte Serie über das amerikanische Musikgeschäft in den Siebzigern, startet mit einem wuchtigen Pilotfilm.

Als er ins Geschäft einstieg, indem er sich einem Bluessänger als Manager anbot, war der Rock 'n' Roll noch übersichtlich: «Es brauchte zwei Juden, vier Schwarze und eine Tonspur.» Das war Anfang der Sechziger. Inzwischen weiss Richie Finestra (Bobby Cannavale) nicht einmal, worum es im Rock 'n' Roll geht. Voll mit Whisky und Kokain sitzt er in seinem Wagen in Downtown Manhattan, es ist nachts am Broadway, es ist 1973 – und er kann kaum mehr denken. Seine Plattenfirma machte ihn zum Millionär, er hat ein Penthouse am Central Park und eine Villa in Connecticut. Jetzt droht der Ruin. Der Deal mit Led Zeppelin ist gescheitert, das Flair für neue Bands ist den Angestellten abhandengekommen. Richies Frau Devon (Olivia Wilde) ist verbittert, die Kinder sieht er kaum mehr. Die Drogen machen ihn kaputt. Geld, Schläger und Kokain

Mit diesem Ende beginnt «Vinyl», die lange erwartete, von Martin Scorsese und Mick Jagger mitkonzipierte Serie über das amerikanische Musikgeschäft in den Siebzigern. Also nach Woodstock und vor Punk, Rap und Disco. Was das Geschäft bestimmt – Scorsese macht es im zweistündigen, unter seiner Regie gedrehten Pilotfilm überdeutlich: Zynismus, Gier und Gewalt. Die Musiker werden angeworben, ausgenutzt und fallen gelassen. Ihre Verträge stellen sicher, dass sie die Letzten bleiben, die an ihrem Talent verdienen. Das Einzige, was sie gratis bekommen, ist Sex. Die Radiomoderatoren werden mit Geld und Drogen bestochen. Und wenn ein Sänger nicht mehr singen mag, was der Firmenchef hören will, schickt der ein paar Schläger vorbei.

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