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Wenn rechte Politiker linke Musik mögen

Die deutsche Partei AfD spielt Paul van Dyks Stück «Wir sind wir». Nun hat der DJ rechtliche Schritte eingeleitet. Der Fall zeigt: Für rechte Politiker ist die Musikauswahl begrenzt.

Techno-DJ Paul van Dyk will nicht, dass die Alternative für Deutschland (AfD) seinen Song «Wir sind wir» zu ihrer Hymne macht. Er hat die Partei deshalb über seinen Anwalt aufgefordert, das Lied bei Veranstaltungen nicht mehr zu spielen. «Ich distanziere mich aufs Schärfste von der AfD», sagte der Berliner im Gespräch mit der «Zeit»: Er sei SPD-Wähler.

Van Dyk ist weltweit einer der erfolgreichsten DJs. «Wir sind wir» aus dem Jahr 2001 ist ein Lied über Deutschland, mit Anspielungen auf den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg und die Wiedervereinigung. In dem Song heisst es unter anderem «Wir sind wir, wir steh'n hier, wieder eins in einem Land, superreich und abgebrannt» und «so schnell kriegt man uns nicht klein».

Die AfD erklärte, sie wolle auch weiterhin Lieder bekannter Künstler auf ihren Kundgebungen spielen. Neben «Wir ist Wir» kämen auch andere in Frage. Selbstverständlich erfolge die Verwendung dieser Titel unter Beachtung des geltenden Rechts.»

«Ich verbiete Ihnen, die Smiths zu mögen!»

Dass Musiker unerwünschte prominente, rechte Fans haben, kommt immer wieder vor. Kürzlich hatte Adele dagegen protestiert, dass US-Präsidentschaftsanwärter Donald Trump bei Wahlkampfauftritten ihre Musik verwendet. Im vergangenen Jahr belangte Helene Fischer die NPD. Die rechtsextreme Partei hatte auf Veranstaltungen den Song «Atemlos durch die Nacht» spielen lassen.

Eine Absage kassierte auch David Cameron, nachdem er sich als Fan der Band The Smiths geoutet hatte. «Ich verbiete Ihnen, die Smiths zu mögen!», twitterte Gitarrist Johnny Marr. Weitere Beispiele sind Guttenberg/Deep Purple oder Merkel/Rolling Stones. Zu einem besonders grossen Missverständnis führte der Song «Tage wie diese» von den Toten Hosen. Er wurde gleich doppelt vereinnahmt - von CDU und SPD.

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