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Tristesse royale

Damon Albarn ist einer der erfolgreichsten britischen Popmusiker der letzten zwanzig Jahre. Morgen erscheint das erste Soloalbum des Sängers von Blur und von den Gorillaz.

Mittelalter Mann, was nun? Damon Albarn blickt auf seinem ersten Soloalbum auf sein Leben zurück.
Mittelalter Mann, was nun? Damon Albarn blickt auf seinem ersten Soloalbum auf sein Leben zurück.

Dein ganzes Leben lang träumst du, hat Damon Albarn gesungen. Das ist lange her, damals sang er noch bei Blur und verspottete in seinen Liedern die biederen Bürger aus den Suburbs, wie in ­«Stereotypes»: Und irgendwann, ging der Song weiter, hörst du mit dem Träumen auf und starrst auf ein fertiges Leben, das doch erst zur Hälfte vorbei ist. So geht das, und jetzt ist es auch Albarn passiert: «Everyday Robots» heisst sein erstes Soloalbum. Es ist die Bestandesaufnahme, die er vielleicht machen musste, mit 46 Jahren. Vor allem aber ist es die erste langweilige Platte in der Karriere dieses wohl grössten und ehrgeizigsten Talents, das die britische Popmusik in den letzten zwanzig Jahren hervorgebracht hat. Als Coverboy des Britpop hatte Albarn in den Neunzigern geholfen, die rechte Regierung und das Erbe von Margaret Thatcher zu entsorgen. Mit den späten Stilbrüchen von Blur, aber auch mit dem grossartigen Album von The Good, The Bad and The Queen distanzierte er sich dann aber auch von der «Cool Britannia», mit der die Labours um Tony Blair nun hausierten, nur, um kurz darauf in den Irakkrieg zu ziehen. Mit den Gorillaz erfand Damon Albarn eine cool morphende Comicband, und er reiste nach Afrika und brachte aus ­Bamako seine «Mali Music» und aus ­Kinshasa seine «DRC Music» nach Hause. Und er schrieb zwei Opern und zeigte dabei erstmals musikalische Limiten.

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