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Jazz-Legende Al Jarreau ist tot

Jazz-Fans trauern um den «Mann mit dem Orchester der Kehle». Der US-Sänger ist im Alter von 76 Jahren in einem Spital in Los Angeles gestorben, teilt sein Manager mit.

76-jährig gestorben: US-Sänger Al Jarreau, hier bei einem Auftritt am Montreux Jazz Festival. (8. Juli 2016)
76-jährig gestorben: US-Sänger Al Jarreau, hier bei einem Auftritt am Montreux Jazz Festival. (8. Juli 2016)
Keystone
Der in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin geborene Sänger wurde durch unzählige Jazz-, Pop- und Rhythm-and-Blues-Songs bekannt und mit sieben Grammys ausgezeichnet.
Der in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin geborene Sänger wurde durch unzählige Jazz-, Pop- und Rhythm-and-Blues-Songs bekannt und mit sieben Grammys ausgezeichnet.
AFP
(FILES) This file photo taken on July 12, 2007 shows US singer Al Jarreau performing on the Auditorium Stravinski stage during the 41th edition of the Montreux Jazz Festival in Montreux. Al Jarreau, famed R&B and jazz singer died on February 12, 2017. / AFP PHOTO / FABRICE COFFRINI
(FILES) This file photo taken on July 12, 2007 shows US singer Al Jarreau performing on the Auditorium Stravinski stage during the 41th edition of the Montreux Jazz Festival in Montreux. Al Jarreau, famed R&B and jazz singer died on February 12, 2017. / AFP PHOTO / FABRICE COFFRINI
AFP
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Der US-Jazzsänger Al Jarreau ist tot. Jarreau starb am Sonntag im Alter von 76 Jahren, wie sein Manager mitteilte. Jarreau starb nach Angaben seines Managers in einem Krankenhaus in Los Angeles. Erst vor wenigen Tagen hatte er seinen Rückzug von der Bühne bekannt gegeben und als Grund Erschöpfung angegeben. Der Sänger wurde durch unzählige Jazz-, Pop- und Rhythm-and-Blues-Songs bekannt und mit sieben Grammys ausgezeichnet.

Geboren wurde Alwyn Lopez Jarreau im März 1940 in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin als fünftes von sechs Kindern einer eher armen Familie. Mit Musik kam er schon als Kleinkind in Berührung: Seine Mutter war Kirchenorganistin, sein Vater Pfarrer. In der Kirche hatte der spätere Jazz-Star denn auch seinen ersten Soloauftritt - mit gerade einmal vier Jahren. Während seines späteren Psychologiestudiums am Ripon College von Wisconsin und dann als Sozialarbeiter in San Francisco trat er regelmässig in Nachtclubs auf.

Auftritt am Montreux Jazz Festival im Jahr 1993. (Quelle: Youtube/ DString20)

Seine internationale Karriere begann spät, als Al Jarreau bereits 35 Jahre alt war: Bei einem Auftritt im «Bla Bla Café» in Hollywood fiel er einem Talentsucher der Plattenfirma Warner Brothers auf, die kurz danach seine erste Platte («We got By») herausbrachte, ein Jahr später kam das zweite Album «Take Five». Nach einer Europatournee erhielt Jarreau 1977 den deutschen Schallplattenpreis für Nachwuchskünstler. Im gleichen Jahr bekam er in den USA seinen ersten Grammy als bester männlicher Jazz-Sänger.

Jarreau präsentiert im Jahr 1976 Werke seines Albums «Take Five». (Quelle: Youtube/tomgadd)

«Mann mit dem Orchester der Kehle»

Es folgten sechs weitere Grammys und als einziger Künstler überhaupt erhielt Al Jarreau die begehrten Preise gleich in drei unterschiedlichen Kategorien – Jazz, Pop sowie Rhythm and Blues. Ausgezeichnet wurde damit eine Stimme, die alle Ausdrucksformen der afroamerikanischen Gesangskunst in sich vereinigt – von Blues über Gospel bis zum Soul. Berühmt war der Sänger mit dem breiten Lächeln auch für seine täuschend echte Imitation von Instrumenten, weshalb ihn ein Kritiker einmal als «Mann mit dem Orchester der Kehle» rühmte.

In den 90er Jahren bekam die Karriere des Vaters von zwei Kindern einen Knick, seine Platten verkauften sich nur noch schleppend. Erst im März 2000 verhalf ihm das Album «Tomorrow Today» zu einem Comeback – pünktlich zum 60. Geburtstag. 2004 löste der Jarreau dann sein langjähriges Versprechen ein und brachte endlich ein klassisches Jazz-Album heraus, unter dem Titel «Accentuate the Positive». Dies sei auch seine eigene Lebensdevise, sagte Al Jarreau dazu.

AFP/woz

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