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Wie eine Fee auf LSD

Deep House heisst der Club-Sound der Stunde – und die Russin Nina Kraviz ist sein Aushängeschild.

Frauen-DJs, es ist leider so, werden in Clubs oft als Requisiten eingesetzt. Zwar drehen sie tapfer an den Knöpfen des Mischpults, aber ihre eigentliche Leistung besteht darin, dass sie weiblich sind und gut aussehen. Gerade die Schweiz hat mit Mahara Mc Kay, Tanja LaCroix, oder Lady Tom eine lange Tradition von solchen DJanes. Zum Glück gibts Ausnahmen, Sonja Moonear etwa. Die Genferin mischt mit konsequent unkommerzieller Musik seit Jahren in der internationalen DJ-Topliga mit. Oder aktuell Nina Kraviz, eine in Sibirien geborene Russin, die zwar gemodelt hat und aussieht wie eine Mischung auch Emanuelle Béart und Béatrice Dalle – aber trotzdem gut ist.

Kraviz’ Aufstieg begann vor ein paar Jahren, als der einst angesagte Minimal House auf Firmenfesten gespielt und von Deep House verdrängt wurde. Der Stil, weicher, atmosphärischer und auch erotischer als der kühle Minimal, katapultierte die 30-Jährige in kürzester Zeit an die Mischpulte der angesagtesten Clubs der Welt. Zum einen weil er ihr die Abgrenzung zu vielen ihrer männlichen Kollegen erlaubt, die Musik funktional auf die Tanzfläche hin konzipieren. Ausserdem kommt Deep House Kraviz’ Lieblingsinstrument entgegen: Ihre Stimme, die sich mal hauchend, mal raunend über die assoziativen Atmosphäre ihres Debütalbums «Nina Kraviz» erhebt. Zwar ist ihr Gesang alles andere als perfekt. Doch gerade dadurch verleiht er dem computer-erzeugten Klanggerüst eine menschliche Note.

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