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Ein bekanntes Zürcher Lokal will Konzerte per Crowdfunding finanzieren – eine Art «Vorverkauf ohne Auftrittsgarantie». Und die Zuschauer bestimmen die Bands.

Per Crowdfunding nach Zürich? Zach Condon von der US-Band Beirut.
Per Crowdfunding nach Zürich? Zach Condon von der US-Band Beirut.

Klickt man sich durch Crowdfunding-Portale, lässt sich jede Menge Selbstverwirklichung sponsern. In der Musikbranche versuchen vor allem unbekannte Bands über die Geldsammel-Sites an das nötige Geld für eine Plattenaufnahme zu kommen. Aber auch Konzerte lassen sich theoretisch über Crowdfunding finanzieren.

Diesen Weg probiert nun das Zürcher Konzertlokal Exil aus. Der Clou: Das Publikum soll keine fest eingeplanten Bands unterstützen, sondern selber vorschlagen, welche Musiker auftreten sollen. Gleichzeitig wird ein Fixbetrag, der dem Ticketpreis entspricht, entrichtet. Wer mehrere Tickets kauft, bekommt Mengenrabatt. Kommt ein Konzert zustande, haben die Mini-Mäzene ihr Ticket auf sicher. Bei Projekten, die nicht finanziert werden, erhalten sie ihr Geld zurück.

Dass der Zuschauer zum Veranstalter gemacht wird, ist eigentlich erfreulich. Doch wie stellt man die musikalische Identität des Exils sicher? Muss das kleine, feine Lokal DJ Bobo auftreten lassen, wenn genügend Leuten der Sinn danach steht? Laut Daniel Nzekwu vom Exil habe man als Veranstalter natürlich das letzte Wort über das Programm. Die Bands und ihr Bekanntheitsgrad sollen der Kapazität des Exils, also 350 Personen, entsprechen. In erster Linie gehe es ausserdem darum, die Wünsche und den Geschmack des Publikums zu ergründen. Die finanzielle Seite sei zweitrangig – eine Art «Vorverkauf ohne Auftrittsgarantie».

Aktuell hat Beirut die meisten Stimmen, die Indie-Band dürfte betreffend Stil, Bekanntheitsgrad und wohl auch Gage tatsächlich zum Exil passen. Falls die Crowdfunding-Strategie dennoch nicht aufgehen sollte, bliebe ein weiterer Weg: Auf einer deutschen Crowdfunding-Site wettet eine Band, dass es keine 100 Leute gibt, die ihr Konzert besuchen kommen – und einen Betrag zur Durchführung vorab entrichten. Behält die Band recht, findet der Anlass nicht statt. Im anderen Fall erwarte das Publikum ein «geniales» Konzert.

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