Williams und Thicke klauten «Blurred Lines»

Der Hit von Pharrell Williams und Robin Thicke war 2013 der erfolgreichste Song in den USA. Nun wurden die Musiker zu einer Busse von 7,4 Millionen Dollar verurteilt: Laut Gericht ist der Hit gestohlen.

Abgekupfert: Pharrell Williams' «Song Blurred Lines» für Robin Thicke. (Video: Youtube/RobinThickeVEVO)


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Die Familie der Soullegende Marvin Gaye hat vor Gericht einen Erfolg wegen Plagiatsvorwürfen gegen die US-Musiker Pharrell Williams und Robin Thicke erzielt. Ein Gericht in Los Angeles verurteilte das Duo zur Zahlung von satten 7,4 Millionen Dollar. Demnach ähnelt ihr Song «Blurred Lines» zu sehr dem Gaye-Hit «Got to Give It Up» aus dem Jahr 1977.

«Blurred Lines» stammt von 2013 und war in dem Jahr der erfolgreichste Song in den USA. Er brachte 16,5 Millionen Dollar ein – von denen Williams und Thicke den Gerichtsdokumenten zufolge jeweils fünf Millionen Dollar erhielten. Die US-Musiker hatten das Lied gemeinsam mit dem Rapper T.I. kooperiert. Dieser wurde von den Vorwürfen am Dienstag aber entlastet.

«Got to Give It Up» von Marvin Gaye. (Video: Youtube/kriptking)

Marvin Gayes Familie erfreut

Gayes Tochter Nona zeigte sich hocherfreut und bezeichnete das Urteil als ein «Wunder». Die Familie habe Gaye verteidigt und den Fall vor Gericht gebracht, weil der Soul-Sänger «es nicht selbst konnte». Der Anwalt der Familie plant zudem, eine einstweilige Verfügung zu beantragen, um Verkäufe des Liedes «Blurred Lines» künftig zu unterbinden.

Der Prozess hatte zwei Wochen gedauert. Beide Seiten hatten Musikexperten geladen, die die beiden Lieder auseinander nahmen und analysierten. Auch Williams und Thicke sagten vor Gericht aus. Williams, der vor allem auch durch den Erfolgssong «Happy» bekannt ist, sagte etwa vor Gericht, er könne zwar verstehen, dass Fans die beiden Lieder miteinander verbinden. «Aber Soulmusik klingt nun einmal wie Soulmusik.» Bei der Urteilsverkündung waren die Musiker nicht anwesend.

«Furchtbarer Präzedenzfall für die Musik»

Eine Sprecherin von Williams kritisierte das Urteil in einer Erklärung als «furchtbaren Präzedenzfall für Musik und Kreativität». Williams habe «Blurred Lines» mit «Herz, Geist und Seele» geschaffen und sich bei Niemandem bedient. Das Urteil werde nun geprüft.

Marvin Gaye ist für Hits wie «Sexual Healing» und «Let's Get It On» weltberühmt. Er wurde im Jahr 1984, einen Tag vor seinem 45. Geburtstag, von seinem Vater erschossen. (chk/AFP)

Erstellt: 11.03.2015, 04:55 Uhr

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