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«Menschen, die U2 nicht mögen, geben sich nicht genug Mühe»

«Ich bin nicht bei etwas Illegalem erwischt worden»: Bono und The Edge bewerben ihr neues Album in Berlin. Foto: Philipp Gladsome

Seit Ihrem 1987 erschienenen Album «The Joshua Tree» sind U2 eine polarisierende Band, die auch Häme und Hass auf sich zieht. Wie gehen Sie damit um?

Können Sie sich die Missgunst denn erklären?

Insbesondere Sie, Bono, gelten vielen als der Inbegriff des «Gutmenschen». Die Neue Rechte verwendet diesen Begriff zur Diskreditierung sogenannter politischer Korrektheit. Engagement und Solidarität scheinen auf manche Leute wie Provokation zu wirken.

Es kam Unmut auf, als Sie das Album «Songs of Innocence» 2014 über iTunes veröffentlichten. Hat es Sie überrascht, dass einige Leute über dieses ungebetene Geschenk wenig erfreut waren?

Diesen Humor traut Ihnen nicht jeder zu.

«Wir brechen Klischees, schütteln Hände von Leuten, die nicht jeder mag, das gefällt nicht allen.»

Bono

Was ist näher an der Wahrheit, das bitterernste U2-Image von «The Joshua Tree» oder das hedonistisch- ironische von «Achtung Baby»?

Ihnen wird immer wieder Scheinheiligkeit vorgeworfen, Bono. Insbesondere im Zusammenhang mit den Paradise Papers.

«Meine These ist ja, dass Menschen, die U2 nicht mögen, sich nicht genug Mühe geben.»

The Edge

Viele hätten sich eine ausführlichere Stellungnahme von Ihnen gewünscht.

Können Sie nachvollziehen, dass man bei Ihnen andere moralische Standards ansetzt, als man es bei irgendeinem Manager tun würde?

Sie wurden in Irland geboren, dort haben Sie Ihre Karriere begonnen. Irland ist ein relativ armes Land mit niedrigen Steuern. Warum zahlen Sie Ihre Abgaben dort nicht einfach? Sie könnten es doch verkraften.

The Edge, auf einer Skala von eins bis zehn: Wie genervt sind Sie, dass diese Privatangelegenheit von Bono ausgerechnet Ihre Kampagne für das neue Album überschattet?

Bei einer erfolgreichen Band wie der Ihren nimmt die geschäftliche Seite ab einem gewissen Zeitpunkt immer mehr Raum ein. Wie gewährleisten Sie generell, dass genug Energie für die Musik bleibt?

Das Wort Kreativität könnte in diesem Zusammenhang missverstanden werden.

Einer von vielen Widersprüchen bei U2 ist ja, dass Sie trotz Ihrer Mainstream-Skepsis von Anfang an wahnsinnig erfolgshungrig waren.

Sie alle sind immer noch gut befreundet und sehen sich nicht nur auf der Bühne. Was ist Ihr Geheimrezept?