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Wolfsbändigerin und Fräulein

Oft gehts schief, wenn Popmusik mit Klassik vermischt wird. Die Luzernerin Heidi Happy beweist mit «Hiding with the Wolves», dass es auch anders geht.

Es ist die Ruhe nach dem Sturm. Streicher schwelgen in Moll, verströmen Wehmut, aber auch Entspannung. Und erinnern an das diffuse Gefühl am Ende eines langen Streits, wenn es nichts mehr zu sagen gibt. Doch dann setzen sanft Gitarre und Heidi Happys Gesang ein: «My love won’t wait for you», singt die mädchenhaft klare Stimme nicht ohne Ironie, «she has so many better things to do». Und schon ist die Trauer dem Trotz gewichen – und einer zartbitteren Melancholie.

Ganz schön gewieft, wie die 30-jährige Luzernerin Priska Zemp alias Heidi Happy auf ihrem dritten Album «Hiding with the Wolves» Stimmungen erzeugt, sie im richtigen Moment bricht und so Pathos und Kitsch vermeidet. Da ist eine kluge Songschreiberin und Komponistin am Werk, die genau weiss, was sie tut – und das, obwohl sie mit ihrer aktuellen CD Neuland betritt und zum ersten Mal Songs für ein ganzes Orchester und Band arrangiert. Auch wenn Streicher, Bläser und Pauken für Heidi Happy nicht fremd sind, das Klassische greift hier tiefer in die Songstruktur hinein: Während Streicher und Co. auf dem zweiten Album «Flowers, Birds and Home» eher Schmuckwerk waren, verblüfft «Hiding with the Wolves» mit ausgeklügelter symphonischer Opulenz.

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