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Zurück aus der kanadischen Wildnis

Sasha alias Dick Brave versucht ein Comeback mit einem neuen Coversong-Album.

Er ist zurück: Sasha alias Dick Brave.
Er ist zurück: Sasha alias Dick Brave.
Keystone

Fast sieben Jahre, so will Dick Brave der Welt weismachen, lebte er in der kanadischen Wildnis, seit er dort 2004 mit einem Flugzeug abgestürzt war. «Ich hatte eine Amnesia und wurde von einer crazy Frau im Wald gefangen gehalten», offenbarte er am Mittwochabend in Berlin. Auf wundersame Weise ist Dick Brave wieder in sein altes Leben zurückgekehrt und konnte sein am 14. Oktober erscheinendes Album «Rock 'n' Roll Therapy» der Presse vorstellten – stilecht mit Schmalztolle und in überzeugend gebrochenem Deutsch.

Denn natürlich ist die Legende des Dick Brave so wenig wahr wie seine vermeintlich amerikanische Herkunft, schliesslich war die Kunstfigur ursprünglich nur als kleiner musikalischer Spass eines gewissen Sascha Schmitz gedacht. Der hatte als Schmusepopsänger Sasha 1998 erstmals die Hitparaden erklommen und sich Dick Brave für ein inoffizielles Weihnachtskonzert für Freunde und Bekannte ausgedacht.

Doch seine auf 50er-Jahre-Rockabilly getrimmten Coverversionen bekannter Pop- und Rockhits wurden zu einem Verkaufsschlager. Das Dick-Brave-Debütalbum «Dick This!» erklomm 2003 problemlos die Spitze der Charts.

Dick Braves Combeback-Konzerte vielerorts schon ausverkauft

In den kanadischen Wäldern musste Dick Brave auf einiges Vertrautes verzichten, wie er offenherzig bekannte. Auf seiner Sehnsuchtsliste ganz oben: «gutes deutsches Brot, Nudeln und Autobahn. Und deutsches Bier und deutsche Fräuleins.»

Die Fans von Dick Brave sind über die überraschende Rückkehr und das künstlerische Comeback ihres Stars ausserordentlich beglückt. Die am 1. November beginnende Konzerttour mit seiner Band The Backbeats ist vielerorts schon ausverkauft, der Sprung in die Verkaufscharts von «Rock 'n' Roll Therapy» nur noch eine Frage der Zeit. An Selbstbewusstsein mangelt es dem wiederauferstandenen Musiker dementsprechend nicht. «Der neue Dick ist vielleicht noch ein bisschen besser als der alte und ein bisschen muskulöser», brüstete sich der Rock 'n' Roller auf der Pressekonferenz.

Das Nachfolgewerk mit 17 Coverversionen unter anderem von Depeche Modes «Just Can't Get Enough», King of Lion («Use Somebody») und Bruno Mars («Just the Way You Are») hat beste Chancen zu einem vergleichbaren Erfolg zu werden, auch wenn der übergestülpte Rock-'n'-Roll-Sound nicht bei allen ausgewählten Songs tatsächlich passend und überzeugend erscheint.

Zur Einstimmung auf das Comeback von Dick Brave wird Donnerstagnacht (Prosieben, 0.15 Uhr) die Mockumentary «Finding Dick» ausgestrahlt. Sie zeigt die abenteuerliche Suche nach dem verschollenen Rockmusiker und seinen langen Weg zurück ins Leben. In der Fake-Dokumentation haben unter anderem Roger Willemsen, Tim Mälzer und Charlotte Roche als Interviewpartner mitgewirkt.

dapd/net

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