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Schicksale berühren

Zwei sehenswerte Zürcher Fotoausstellungen beschäftigen sich mit Menschen; vor, während und nach der Flucht. Der Besucher darf dabei nicht nur schauen, sondern auch anfassen.

Die Zürcher Photobastei spannt in der Gruppenausstellung «Flüchtlinge und wir» den Bogen von 1945 ins Hier und Jetzt. Zu sehen sind Bilder von Mitgliedern der renommierten Fotoagentur Magnum wie auch Werke weniger bekannter Fotografen. Zum Beispiel jene des Ungarn Déri Miklòs: Er hat Migranten, die vor dem Budapester Ostbahnhof campierten, eingeladen, sich vor einer Leinwand fotografieren zu lassen.
Die Zürcher Photobastei spannt in der Gruppenausstellung «Flüchtlinge und wir» den Bogen von 1945 ins Hier und Jetzt. Zu sehen sind Bilder von Mitgliedern der renommierten Fotoagentur Magnum wie auch Werke weniger bekannter Fotografen. Zum Beispiel jene des Ungarn Déri Miklòs: Er hat Migranten, die vor dem Budapester Ostbahnhof campierten, eingeladen, sich vor einer Leinwand fotografieren zu lassen.
Déri Miklos
Die so entstandenen Bilder zeigen Nahaufnahmen von Menschen, in deren Gesichtern sich mal Verzweiflung, mal Zuversicht spiegelt.
Die so entstandenen Bilder zeigen Nahaufnahmen von Menschen, in deren Gesichtern sich mal Verzweiflung, mal Zuversicht spiegelt.
Déri Miklos
Ebenfalls in Palmyra entdeckte Nauer dieses Mädchen mit einem Stock und einem Geldschein in den Händen. Das Foto erschien später auf dem Titelblatt einer österreichischen Frauenzeitschrift. Die Ausstellung von Claude Nauers Bildern ist bis 30.1.2016 in der Zürcher «Bürobar» zu sehen.
Ebenfalls in Palmyra entdeckte Nauer dieses Mädchen mit einem Stock und einem Geldschein in den Händen. Das Foto erschien später auf dem Titelblatt einer österreichischen Frauenzeitschrift. Die Ausstellung von Claude Nauers Bildern ist bis 30.1.2016 in der Zürcher «Bürobar» zu sehen.
Claude Nauer
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Schätzungsweise 1,3 Millionen Menschen werden Ende dieses Jahres nach Europa geflohen sein, rund 40'000 von ihnen in die Schweiz. So hoch die Zahlen auch sind, eine Ausnahmeerscheinung sind sie nicht. Vielmehr sind Flucht und Migration Konstanten in der Geschichte Europas. Und die Migranten Menschen, deren Alltag bis zum Tag des Aufbruchs oft so normal verlaufen ist wie der unsrige. Zwei Zürcher Ausstellungen dokumentieren nun diese Aspekte, die in der aktuellen Flüchtlingsdebatte kaum eine Rolle spielen.

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