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Sehen mit den Zehen

In einer Berner Galerie kann man die eigenartigsten Erfahrungen machen: Das Forschungsprojekt «Mit dem Körper sehen» ermöglicht einen neuen Blick auf den Raum und die Eigenwahrnehmung.

Groteske Performance: Der Künstler Peter Aerni folgt mit der Kamera am Knie einer Zickzacklinie.
Groteske Performance: Der Künstler Peter Aerni folgt mit der Kamera am Knie einer Zickzacklinie.
Ruben Wyttenbach (13 Photo)

Zum Schluss bin ich nicht mehr so sicher, ob meine Augen wirklich noch am gewohnten Ort, nämlich im Kopf sitzen. Vor einer halben Stunde waren sie noch zwischen meinen Füssen. Der Sehsinn rutscht auf das Höhenniveau einer Maus – mir wird schwindlig, ich tapse herum, habe Angst zu fallen. Dabei ist der Galerieraum nicht gross, ich kann mich nicht verlaufen. Doch die kleine Videokamera, die ich auf Fusshöhe an einem archaisch anmutenden Gestell vor mir her trage, übermittelt verstörende Bilder an mein Head-Mounted Display, meine Videobrille. Der Parkettboden sieht aus wie ein merkwürdig gesprenkelter Wald, dann ein Schuh, riesig, ein schwarzer Bergrücken.

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