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Sex und Verzweiflung im Möbelhaus

Im heutigen Kurzfilm durchlebt «Grounding»-Schauspieler Leonardo Nigro den Albtraum vieler Männer.

Horrortrip Möbel-Kauf: Leonardo Nigro alias Eric in «Männer».

Wer kennt das nicht: Das alte selbst montierte Möbel ist auseinandergefallen, und nun muss man seinen wertvollen Samstag dafür opfern, um sich ein neues zu besorgen. Das Drama beginnt schon bei den Gratisparkplätzen: Die besten sind weg, und für die freien Plätze liefert man sich einen Kampf mit Grossfamilienautos und schicken Cabriolets. Hat man erst einmal einen Platz gefunden, dann quetscht man sich vorbei an Reihen von Einkaufswagen, quengelnden Kindern – leider zu alt oder zu jung fürs Spielparadies –, streitenden Pärchen sowie hippen WG-Kumpanen, die noch verkatert von der gestrigen Party ein neues Sofa suchen.

So ähnlich ergeht es den Protagonisten im Kurzfilm «Männer» von Stefan Künzler. Der Schweizer Regisseur realisierte mit dem Film eine überspitzte Komödie über den äusserst anstrengenden Besuch bei einem schwedischen Möbelhaus und zeigt, wie sich die Menschen dort auf der Suche nach neuen Möbeln wie wild gewordene Tiere verhalten. Eigentlich möchte Hauptfigur Eric, gespielt von Leonardo Nigro («Schellen-Ursli»), für seinen Sohn nur einen neuen Schreibtisch kaufen. Doch die Tour zwischen Hotdogs, Geschirrtüchern und Selbstmontagemöbeln endet für ihn in einem Fiasko.

Hemmschwelle ist nicht allzu hoch

Mit absurden Charakteren treibt Künzler beinahe jedes Klischee gegenüber Männern und Frauen auf die Spitze. Da ist Power-Yoga-Frau Nicole, die weiss, was sie will, Obermacho Marco, Tussi Andy, die dringend eine Modeberatung braucht und Teilzeitfamilieningenieur Eric, der Ferien nötig hätte.

Die kurzen und teils kuriosen Dialoge, die immer wieder mit DJ-Tatana-Sound unterbrochen werden, handeln vor allem von Möbeln und Sex. Künzlers zweideutige Witze sind gleichermassen witzig wie auch verstörend. Da bohrt sich Eric mal mit einer Bohrmaschine in die Hose, oder Nicole versucht hysterisch, ihr Kind aus der Seuchenfalle Spielparadies herauszuholen. Als Höhepunkt der Parodie taucht plötzlich die Schweizer Bachelor-Gewinnerin Cam (2012) auf, die sich dann – wie man es von ihr erwartet - lasziv und sexy vor der Kamera räkelt.

Vor «Männer» hat Stefan Künzler schon einige Kurzfilme produziert. Darunter auch «Happy», der in dieser Rubrik auch schon vorgestellt wurde. Künzler hat an der Zürcher Hochschule der Künste Regie studiert und arbeitet momentan gemeinsam mit Kollege Lorenz Suter an einem neuen Film.

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