Prix Meret Oppenheim: Shirana Shahbazi ausgezeichnet

Der Bund zeichnet eine Künstlerin, zwei Architekten und einen Kunstkritiker aus.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Prix Meret Oppenheim geht in diesem Jahr an Meili & Peter Architekten, Samuel Schellenberg und Shirana Shahbazi. Der mit 40'000 Franken höchstdotierte Kunstpreis der Schweizerischen Eidgenossenschaft wird in den Kategorien Architektur, Kunstvermittlung und Kunst verliehen. Die Preise werden auf Empfehlung der Eidgenössischen Kunstkommission verliehen und den Preisträgern während der Art Basel im kommenden Juni überreicht.

Mit Shirana Shahbazi (geb. 1974) wird eine herausragende Fotokünstlerin ausgezeichnet. In ihren Arbeiten lotet sie die Möglichkeiten des Mediums Fotografie in Richtung Konzeptkunst und Abstraktion aus und überrascht immer wieder mit installativen Arbeiten. Die Kunstkommission stellt fest, dass Shahbazis künstlerische Praxis von der internationalen Kritik ausführlich beschrieben und diskutiert werde und ihre Arbeiten in Museen, Galerien und Biennalen auf der ganzen Welt gezeigt würden. Der Fotokünstlerin ist es gemäss Jury gelungen, «die Sprache der zeitgenössischen Fotografie zu erneuern, die Grenzen des Mediums zu erweitern und einen poetischen Blick auf die Aussenwelt und auf die alltäglichsten Objekte zu entwickeln.» Shahbazi wurde im Iran geboren, ist nach Deutschland ausgewandert und lebt seit den 1990er-Jahren in Zürich.

Bescheiden und doch richtungsweisend

Die Architekten Marcel Meili (geb. 1953) und Markus Peter (geb. 1957) arbeiten seit 1987 zusammen und haben Gebäude wie das Zölli-Hochhaus in Zürich-West, die Wohnüberbauung Brunnenmoos in Kilchberg oder das Kino- und Wohnhaus Riffraff in Zürich erbaut. Herausragende Projekte im Ausland sind unter anderem die Passage im Geviert Hofstatt in München, ein Wohnhaus in Billancourt oder das Nobel Center in Stockholm. Marcel Meili ist ETH-Professor und war einer der Leiter des ETH-Studio in Basel. Die Eidgenössische Kunstkommission würdigt Meili & Peter Architekten «wegen ihrer kühnen, rastlosen, gleichzeitig bescheidenen und doch richtungsweisenden Art, die sie dem Zusammenspiel von Form, Raum, Struktur und Konstruktion widmen, in dem jedes Projekt als ein Ganzes begriffen wird, das stets mehr ist als die Summe seiner Teile».

Mit Samuel Schellenberg (geb. 1971) zeichnet die Eidgenössische Kunstkommission den langjährigen Kunstkritiker der Genfer Zeitung «Le Courrier» aus. Seit 2004 habe sich Schellenberg als Feuilletonchef der einzigen unabhängigen Tageszeitung in der Genferseeregion als engagierte Persönlichkeit des Kulturjournalismus etabliert, heisst es in der Mitteilung. Schellenbergs Wirken wird folgendermassen gewürdigt: «Durch die Auseinandersetzung mit schweizerischen und internationalen Themen, kulturpolitischen Fragen und zentralen Anliegen der zeitgenössischen Kunstszene ist es ihm gelungen, mit seinen Betrachtungen Tendenzen und gesellschaftliche Herausforderungen aufzuzeigen, die sich in der Kunst widerspiegeln.»

Werfen Sie einen Blick auf die Arbeiten der Künstlerin Shirana Shahbazi. Quelle: Youtube

Portraits der anderen Ausgezeichneten finden Sie hier.

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 14.03.2019, 12:11 Uhr

Artikel zum Thema

Angestellt ohne Arbeit

Kommentar Das schwedische Künstlerduo will eine Person auf Lebenszeit beschäftigen, ohne ihr eine Aufgabe zu geben. Mehr...

«Jeder kann leben wie ein Künstler»

Interview Jacqueline Burckhardt ist eine bedeutende Persönlichkeit der Kunstwelt. Wir sprechen mit ihr über persönliche Helden, ihre Jugend und die Kunst des Lebens. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blogs

Sweet Home 15 Stylingideen für das Bad

Tingler Schöne Grüsse

Die Welt in Bildern

Es sammelt sich nur der Staub in ihnen: Frauen zerschmettern in Indien Töpfe aus Ton, um gegen den Mangel an Trinkwasser zu protestieren. (16. Mai 2019)
(Bild: Amit Dave) Mehr...