Modezar Gaultier kündigt letzte Show in Paris an

Mit seinen Kreationen hat Autodidakt Jean-Paul Gaultier die Modewelt mehr als einmal revolutioniert. Nun will der 67-Jährige ein neues Projekt in Angriff nehmen.

Hasenohren für seinen Doppelgänger aus Wachs: Jean-Paul Gaultier. Das Grévin-Museum in Paris schenkte ihm eine zweite Wachsstatue, die originalgetreuer war als die vorherige aus dem Jahr 2001.

Hasenohren für seinen Doppelgänger aus Wachs: Jean-Paul Gaultier. Das Grévin-Museum in Paris schenkte ihm eine zweite Wachsstatue, die originalgetreuer war als die vorherige aus dem Jahr 2001. Bild: Francois Mori/Keystone

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Der französische Modemacher Jean-Paul Gaultier hat überraschend seine letzte Haute-Couture-Show in Paris angekündigt. Der Event am kommenden Mittwoch im Théatre du Châtelet werde sein letzter sein und 50 Jahre seiner Karriere feiern, sagte der berühmte Designer am Freitag in einem Video auf Twitter.

«Aber ich versichere, Gaultier Paris wird weitermachen. Die Haute Couture geht weiter. Ich habe ein neues Konzept.» Darüber werde er aber erst später berichten, es werde weitergehen. «All die kleinen Geheimnisse», so der 67-jährige Gaultier weiter scherzhaft, der in dem Video vorgibt, zu telefonieren, und sich mit Küssen verabschiedet.

Gaultier hat Tabus gebrochen und die französische Modewelt mit exzentrischen Kreationen auf den Kopf gestellt. In den Achtziger- und Neunzigerjahren war er das umjubelte «enfant terrible», verkaufte Röcke für Männer und Matrosenshirts für Frauen. Madonna verpasste er für ihre «Blond Ambition»-Tour 1990 einen aufsehenerregenden Kegel-BH.

Sängerin Madonna im legendären Torpedo-BH. Bild: Keystone

Der berühmte Modezar wurde er in Bagneux, einem Vorort südlich von Paris geboren und ist Autodidakt. Mit 18 Jahren schickte er den berühmtesten Modeschöpfern in Paris seine Skizzen zu.

Der legendäre Modeschöpfer Pierre Cardin erkannte als erster sein Talent und engagierte ihn im Jahr 1970 als Assistent. Als 24-Jähriger stellte Gaultier seine eigene Linie vor und 1978, nur zwei Jahre später, gründete er sein nach ihm benanntes Modehaus. Seine Haute-Couture-Kollektionen haben Modegeschichte geschrieben, im Parfümsegment brachte er einen Klassiker nach dem anderen auf den Markt. (nag/sda)

Erstellt: 17.01.2020, 20:33 Uhr

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