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Starfotograf Salgado überlässt Italienern Ausstellung

100 Werke des Fotografen Sebastião Salgado sind aktuell in einem verrufenen Viertel in der norditalienischen Stadt Reggio Emilia zu sehen. Damit will der Brasilianer gegen Ausländerfeindlichkeit kämpfen.

Er hat zahlreiche humanitäre Katastrophen der jüngeren Geschichte dokumentiert. Danach wandte er sich der Schönheit der Natur zu: Sebastião Salgado
Er hat zahlreiche humanitäre Katastrophen der jüngeren Geschichte dokumentiert. Danach wandte er sich der Schönheit der Natur zu: Sebastião Salgado
Keystone

«Wir haben an einem Sonntagmorgen einen Anruf bekommen. ‹Ich bin Sebastião Salgado, (...) was kann ich für euch tun›», erzählte Khadija Lamami der Deutschen Presse-Agentur. Zusammen mit weiteren Organisatoren hatte sie sich für die Ausstellung in einem heruntergekommenen Viertel der Stadt an Salgado gewandt.

Daraufhin lieh der 75-Jährige ihnen für die Schau «Africa» 100 seiner Werke. «Sie machen etwas sehr Wichtiges, sehr Menschliches. Ich musste ihnen helfen», sagte Salgado der italienischen Zeitung «La Repubblica». Der Fotograf ist bekannt für seine Sozialfotografie, er berichtete über den Irakkrieg und den Völkermord in Ruanda, über Flüchtlinge in Afrika und unmenschliche Arbeitsbedingungen in Lateinamerika. Der deutsche Regisseur Wim Wenders porträtierte ihn in seinem Dokumentarfilm «Das Salz der Erde».

In der emphatischen Sozialfotografie sah der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado seine Lebensaufgabe: Wim Wenders porträtiert in «Das Salz der Erde» einen Künstler - und einen Vater.
In der emphatischen Sozialfotografie sah der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado seine Lebensaufgabe: Wim Wenders porträtiert in «Das Salz der Erde» einen Künstler - und einen Vater.
Juliano Ribeiro Salgado/Filmcoopi Zürich AG
Ein Fotograf bei seiner Arbeit.
Ein Fotograf bei seiner Arbeit.
Wim Wenders/Filmcoopi Zürich AG
«Das Salz der Erde» ist eine differenzierte biografisch-fotografische Mischung, in der sich Traurigkeit über Verehrung legt und über die Melancholie gleich wieder die Bewunderung.
«Das Salz der Erde» ist eine differenzierte biografisch-fotografische Mischung, in der sich Traurigkeit über Verehrung legt und über die Melancholie gleich wieder die Bewunderung.
Donata Wenders/Filmcoopi Zürich AG
Ein unübersehbarer Gestaltungswille: Salgados ikonische Fotografie von Dinka-Hirten im südlichen Sudan mit ihren Watussirindern.
Ein unübersehbarer Gestaltungswille: Salgados ikonische Fotografie von Dinka-Hirten im südlichen Sudan mit ihren Watussirindern.
Sebastião Saldago/Amazonas images
Wie ein Storyboard für den Zombiefilm: 1986 dokumentierte Sebastião Salgado in einer Fotoreportage, wie Goldsucher miserabel bezahlte und wie Sklaven gehaltene Schürfarbeiter in die Serra-Pelada-Goldmine in Brasilien schickten, wo sie tagelang Erde abräumen und über wackelige Leitern klettern mussten.
Wie ein Storyboard für den Zombiefilm: 1986 dokumentierte Sebastião Salgado in einer Fotoreportage, wie Goldsucher miserabel bezahlte und wie Sklaven gehaltene Schürfarbeiter in die Serra-Pelada-Goldmine in Brasilien schickten, wo sie tagelang Erde abräumen und über wackelige Leitern klettern mussten.
Sebastião Saldago/Amazonas images
Dabei erfasste er auch den Kampf zwischen den «Garimpeiros», den Goldarbeitern, und den Militärpolizisten: Ein erhitzter Moment in der verrückten Zeit des Goldrausches, als alle ihr Glück versuchten und junge Mädchen für ein paar Gramm Gold ihre Körper verkauften.
Dabei erfasste er auch den Kampf zwischen den «Garimpeiros», den Goldarbeitern, und den Militärpolizisten: Ein erhitzter Moment in der verrückten Zeit des Goldrausches, als alle ihr Glück versuchten und junge Mädchen für ein paar Gramm Gold ihre Körper verkauften.
Sebastião Saldago/Amazonas images
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Die Gegend in Reggio Emilia, für die das Projekt namens «Binario 49» gemacht wurde, wird normalerweise in Verbindung mit Kriminalität und illegaler Einwanderung gebracht. Die meisten Bewohner sind Migranten. «Ich hoffe, (meine Ausstellung) kann den Italienern zeigen, was hinter der Migration steckt, vor der sie Angst haben», so Salgado in dem Interview.

Seit Juni vergangenen Jahres regiert eine populistische Allianz Italien. Vor allem der rechte Innenminister Matteo Salvini hat sich mit seiner ausländerfeindlichen Politik einen Namen gemacht. Die Schau in Reggio Emilia läuft noch bis 24. März.

Salgados Schau «Genesis» ist aktuell in Zürich zu sehen, im Museum für Gestaltung. Die Ausstellung dauert bis am 23.06.2019.

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