Clown Alfredo gestorben

Der Basler Komiker, der vor allem durch seine Schlagzeugnummer «Granada» internationale Bekanntheit erlangte, starb am Sonntag 91-jährig nach kurzer Krankheit.

Alfredos berühmteste Nummer: «Granada», aufgeführt in Rudi Carells Unterhaltungskiste «Am Laufenden Band» 1974. (Quelle: ARD/Youtube.com)
Video: ARD

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«Alfredo», wie er ganz einfach genannt wurde, gastierte bei verschiedenen Zirkussen und Varietés auf der ganzen Welt. In der Schweiz war er unter anderem beim Zirkus Knie, beim Zirkus Conelli und in zahlreichen Unterhaltungsshows des Schweizer Fernsehens zu sehen. Alfredos Markenzeichen waren seine elastischen Gesichtszüge, dank derer er Figuren wie Popeye, aber auch Chinesen, Spanier, Preussen und mit Wienerli als Lippen Afrikaner perfekt zu parodieren vermochte.

Alfredo Smaldini wurde am 16. Dezember 1919 als eineiiger Zwilling in Basel geboren. Er verwaiste früh und wuchs als Verdingkind auf. Nach der Schule kellnerte er in einem Tanzlokal. Weil er dazu immer «Seich» machte – unter anderem in den Konzertpausen am Schlagzeug – wurde er von einem Tessiner Bandleader als Drummer engagiert. Um das Publikum davon abzulenken, dass er das Instrument nicht beherrschte, vervollkommnete er seine Faxen und schuf insbesondere seine Glanznummer «Granada».

350 Auftritte pro Jahr

Ab 1966 ging Alfredo Smaldini mit einem eigenen Soloprogramm auf Tournee und trat in allen grossen TV-Unterhaltungsshows in der Schweiz und Deutschland auf. Ausserdem hatte er Engagements in aller Welt, von Palma de Mallorca über Las Vegas bis nach Santiago de Chile. Besonders stolz war er auf seine Auftritte im «Olympia» in Paris 1982 als Anheizer für die Chansonsängerin Michèle Torr.

Bis zu 350 Auftritte absolvierte Alfredo jeweils pro Jahr. Noch mit 90 Jahren trainierte er täglich den Handstand und spuckte einen Pingpong-Ball gegen ein Brett und fing ihn mit dem Mund wieder auf – bis zu 400-mal nacheinander. Dieses Jahr häuften sich die Schicksalsschläge. Alfredos Lebenspartnerin starb Mitte September nach mehreren Hirnschlägen, er selber musste das gemeinsame Wohnhaus in Rudolfstetten AG – wo ein Weg nach ihm benannt ist – aufgeben und in ein Pflegeheim ziehen.

Nach einer Lungenentzündung verstarb Alfredo Smaldini am Sonntag in der Klinik Königsfelden in Brugg AG. (sda)

Erstellt: 01.11.2010, 13:30 Uhr

So kannte und schätzte ihn sein Publikum: Alfredo Smaldini. (Bild: pd)

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