Das Ende eines Kabarettisten

Andreas Thiel war ein Bühnenstar. Dann kritisierte er den Koran – der Beginn seines Abstiegs. Wie kam es so weit?

Andreas Thiel bleibt das Publikum weg. Trotzdem sagt er: «Ich würde alles nochmals genauso machen.» Foto: Reto Oeschger

Andreas Thiel bleibt das Publikum weg. Trotzdem sagt er: «Ich würde alles nochmals genauso machen.» Foto: Reto Oeschger

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Während draussen der Nebel die Flanke der Rigi herunterschleicht, herrscht drinnen bei Andreas Thiel die wohlige Harmlosigkeit einer Innerschweizer Altstadtwohnung. Das Heim des Mannes, der als Rassist und Hetzer bezeichnet wurde und in linken Kreisen als zynischer Finsterling in Diensten der SVP angesehen wird, wirkt wie so viele Schweizer Haushalte mit Kindern: zweckmässig und unglamourös.

Thiel sitzt kerzengerade am Küchentisch, umrahmt von jahrhundertealten Sichtbalken, und sagt: «Ich würde alles nochmals genauso machen. Alles!» Er spricht von seinem korankritischen Essay in der «Weltwoche». Aber es geht ihm auch um mehr. Bei Thiel geht es immer um mehr, manchmal sogar um alles. In solchen Momenten wirkt er wie ein trotziger Clown ausser Dienst. Vielleicht hats einfach nur mit seinem Kopfschmuck zu tun. Sein Markenzeichen, der hoch aufgestellte Kamm, liegt an diesem Abend wie ein erlegtes, regenbogenfarbiges Pelztier auf seiner Schädeldecke. Die Frisur besagt: nicht im Einsatz, nicht auf der Bühne.

Nicht mehr tragbar, nicht lustig, sagen Theatermacher.

In diesem Jahr musste der Kabarettist immer seltener den Kamm mit viel Haarspray aufstellen. Andreas Thiel gehen die Engagements aus. Während er in seinen erfolgreichsten Zeiten konstant fünf bis sechs Auftritte pro Woche hatte, sind es heute nicht einmal mehr die Hälfte. Einen wesentlichen Teil seiner Agenda machen derzeit Firmenanlässe aus. Kommende Woche spricht er im Auftrag einer Möbelfirma. Thiel, dem Preisträger des Salzburger Stiers, bleibt das Publikum weg, in einem Masse, dass er selbst von einer existenzbedrohenden Entwicklung sprechen muss. Sein letztes Programm «Humor» habe er schlicht zu wenig aufführen können. «Ich kann nicht mehr von meinen Bühnenauftritten leben.» Viele Theater buchen den Kabarettisten, den sie einst zum Star gemacht haben, heute nicht mehr. Wer bei den untereinander gut vernetzten Kleintheatern von Basel bis St. Gallen nachfragt, kriegt Sätze zu hören wie: «Thiel ist nicht mehr tragbar», «Er befindet sich künstlerisch und imagemässig in einer Abwärtsspirale» oder schlicht: «Er ist unlustig.» Selbst ihm noch immer Wohlgesinnte wie Viktor Giacobbo sagen, dass er sich da eine Ideologie zurechtgelegt habe, von der er nicht mehr runterkomme.

Solche Urteile können eine Karriere zerstören. Wie konnte es so weit kommen?

Der Kassenschlager zieht nicht mehr

Bern, Breitenrain. Andreas Thiels Offroader findet in der engen Seitenstrasse des alternativ-proletarisch geprägten Stadtquartiers kaum Platz. Hier liegt das La Cappella. Im Kleintheater hat Thiel an diesem Freitagabend einen Auftritt. Es dürfte an dieser Stätte sein letzter sein. Vor einem Jahr war von seinem Bühnenrücktritt zu lesen. Weil er seither aber verschiedentlich wieder aufgetreten ist, halten das viele für einen Marketinggag, um im Gespräch zu bleiben. Thiel sagt dazu: «Das ist Unsinn. Ich mache tatsächlich kein neues Bühnenprogramm mehr. Ich höre auf.» Und was ist mit den jetzigen Auftritten? «Die habe ich schon früher zugesagt.»

Der Auftritt im Cappella ist eine solche alte Zusage. Thiel und der Theaterleiter kennen sich seit über zwanzig Jahren, die Begrüssung fällt entsprechend herzlich aus. Lange war der Bühnenpunk hier ein Kassenschlager, alle 120 Plätze in der ehemaligen Methodistenkirche waren jeweils rasch ausverkauft. An diesem Abend, den er zusammen mit dem literarischen Kabarettduo Birkenmeier aus Basel bestreiten wird, soll es anders sein. Die Ränge sind nur halb voll. Und doch kommt kurz vor Showstart hinter der Kasse Nervosität auf. Im Vorverkauf wollte jemand offenbar explizit nahe der Bühne platziert werden. Warum? Die Organisatoren haben Kenntnis vom jüngsten Vorfall bei einer Veranstaltung der SVP Münsingen, als Thiel mit Eiern beworfen wurde. Und sie wissen, dass die Reitschule, Hotspot der Linksautonomen, nur ein paar Steinwürfe entfernt vom Theater liegt. Steht da ein neuer Protest an? Thiel hat in Interviews immer wieder betont, dass er schon gar nicht mehr wisse, was er mehr fürchte: die Morddrohungen der Muslime oder die Vorurteile und Anfeindungen der Linksintellektuellen.

Der Vorwurf des Rassismus klebte an ihm wie ein Blutegel.

Die Attacken dauern bis heute an. Thiel bekommt noch immer Hassmails, wird auf der Strasse angerempelt, zuweilen auch angespuckt. All dies geht auf seinen «Weltwoche»-Artikel vom November 2014 zurück.

Die Sache mit der Korankritik

Thiel hatte sich zuvor als regelmässiger Kolumnist im rechtskonservativen Wochenmagazin in einer für den Leser diffusen Doppelrolle zwischen Politpunk und Publizist positioniert. Und dann wagte er sich an einen langen Essay, in welchem er den Religionsgründer Mohammed als Kinderschänder und grossen Unheilstifter porträtiert. Weiter bezeichnete Andreas Thiel den Koran als Grundlage für den heutigen Terrorismus. Das Buch rufe an diversen Stellen zum Mord an Ungläubigen auf.

Mit dieser harten Kritik an der heiligen Schrift, das war Thiel bereits vor der Veröffentlichung klar, würde er sich Feinde schaffen. Tatsächlich geriet er ins Fadenkreuz islamischer Kreise, anonyme Morddrohungen kamen per Mail. Danach brauchte der Kabarettist bei seinen Auftritten Polizeischutz. Bei ihm zu Hause wurden Sicherheitsvorkehrungen getroffen – auch zum Schutz seiner hochschwangeren Frau. Ein islamischer Dachverband in der Schweiz bereitete eine Klage wegen Rassendiskriminierung vor. Katars Botschafter und Koranexperten meldeten sich zu Wort, sie alle kritisierten seine Auswahl von Koranzitaten harsch.

Seine Zeit als Kabarettist ist bald vorbei. Aber Thiel weiss, eigentlich kann er es immer noch. Foto: Reto Oeschger

Andreas Thiel, zuvor vor allem in kulturnahen Kreisen ein Begriff, wurde zu einer Reizfigur in der breiten Öffentlichkeit. Mehr noch, als er sich mit Roger Schawinski einen historischen Schlag­abtausch lieferte. Der ausser Kontrolle geratene TV-Talk liess zwei verwundete Alphatiere zurück: hier der Gastgeber, der von der Ombudsstelle gerügt werden sollte und in den Kommentarspalten schlecht wegkam. Dort der Gast, der das Gespräch sabotiert hatte und vor laufenden Kameras als übler Rassist bezeichnet worden war. Während Schawinski zur geistigen Reinigung nach Indien in eine Ayurvedakur ging und später weitertalkte, blieb die Beschimpfung des Moderators an Thiel kleben wie ein Blutegel. Kollege Patrick Frey («Seine Polemik zielt auf die Muslime . . . das kann man getrost Rassismus nennen») oder Alt-Regierungsrat Markus Notter («Der Islam wird so zum Feindbild») traten Tage nach dem TV-Eklat nach und sorgten dafür, dass das eklige Ding dranblieb. Neben den Muslimen hatte Thiel nun auch eine Front gegen links aufgebaut. Gleichzeitig kam ihm von rechts niemand zu Hilfe. So blieb er dazwischen, alleine. Das hatte er nicht kommen sehen. Und der Beschuldigte selbst? Inszenierte sich als Opfer eines linken Lynchmobs, das diffamiert und mundtot gemacht wird. Er tat damit das, was sich kein Künstler auf der Welt leisten kann: humorlose Publikumsbeschimpfung. Denn vor allem aus dem linken, urban orientierten Milieu stammte sein Stammpublikum. Beide Seiten geben sich bis heute unversöhnlich.

Ein Aufrechter mit einer Mission

Andreas Thiel sitzt mit verschränkten Armen am heimischen Küchentisch. Der Text sei, sagt er, ein halbes Jahr lang von diversen Experten geprüft worden. «Am Schluss habe nur noch eines gegen die Veröffentlichung gesprochen: die Political Correctness.» Warum diese fundamentale Kritik an einer Weltreligion? «Weil jemand dieses menschenverachtende Buch endlich thematisieren musste. Jemand musste doch den grossen Elefanten im Raum endlich benennen!» Jetzt ist er kein trotziger Clown mehr, sondern ein Prediger; ein Aufrechter mit einer Mission. Dieser kämpft gegen den Mainstream, gegen die Political Correctness und für den Liberalismus. «Am liebsten hätte ich ganz viele unterschiedliche Meinungen, die einen gemeinsamen Nenner haben: keine Gesetze.» Das nennt sich Anarchie. «Genau», jetzt grinst er erstmals.

Der Duden definiert Anarchie im philosophischen Sinn als gesellschaftlichen Zustand, in dem eine minimale Gewaltausübung durch Institutionen und maximale Selbstverantwortung des Einzelnen vorherrschen. Wer sich die Biografie des 46-Jährigen anschaut, erkennt dieses anarchische Element wiederholt. Mit 17 Jahren flog Thiel wegen diverser Streiche vom Gymnasium in Solothurn, reiste danach alleine durch die USA. Den erforderlichen Visumsantrag hatte der Minderjährige selbst unterschrieben. Schliesslich schloss er mit Ach und Krach eine Lehre als Bauzeichner ab. Danach verbrachte er zwei Monate auf einer Schauspielschule, wurde wegen eines Streits mit dem Leiter abermals rausgeworfen, ging auf den Bau, verdingte sich im Service und wusste bald, dass er auf eine Kabarettbühne gehörte.

«Am liebsten hätte ich keine Gesetze, also Anarchie.»

Geprägt wurde der junge Solothurner von seinen Aufenthalten im Berlin der späten 90er-Jahre. In der chaotisch-kreativen Kulturmetropole sah er, wie mit wenig Geld und einer punkigen Attitüde grosse Theatersäle gefüllt wurden. Das war genau das Ding des Schulversagers. Zurück in der Schweiz, moderierte er im Zürcher Hechtplatztheater den «Bösen Montag», eine offene Theaterbühne, die sich keinen Deut um vorherrschende Konventionen im Theatersaal scherte. Das junge, urbane Publikum war begeistert. Und machte den schlagfertigen Solothurner mit den dunklen Locken zu ihrem Helden. Den Taktangebern in der Schweizer Kleinkunstszene blieb der Erfolg des jungen Wilden nicht verborgen. Ueli Burkhardt vom Theater Ticino in Wädenswil war einer der Ersten, die den Jungstar buchten. «Zusammen mit seinem Partner Jean-Claude Sassine war er schlicht und einfach brillant. Erfrischend, nicht austauschbar. Und vor allem: Er teilte gegen links und rechts aus.» Burkhardt beobachtete aber auch, wie sich sein Schützling zum «rechtsbürgerlichen Sprachrohr» wandelte. Und wie er die Subventionen für Kulturhäuser wie seines zu kritisieren begann. «Irgendwann mochte ich ihn nicht mehr buchen, und der Kontakt brach ab.» Aber der Theatermacher hält fest: «Ein Rassist ist Thiel nicht. Der Vorwurf ist lächerlich.»

Mit dieser Meinung steht er in der Szene nicht alleine da. Überhaupt: Vielen Theatermachern tut es leid, wie sich diese Geschichte entwickelt hat – so auch Viktor Giacobbo. Er hat den umstrittenen Politkabarettisten auch in der heissen Phase in die damalige TV-Sendung «Giacobbo/Müller» eingeladen und sich als Verwaltungsratspräsident eingesetzt, dass der Ausgestossene in seinem Winterthurer Casinotheater weiterspielen darf. Aber auch Giacobbo sagt: «Er hat sich da irgendwie verrannt. Und ich sage ihm stets, dass er doch endlich einmal diesen Kamm abschneiden soll.»

«Warum hasst du Muslime?»

Zurück im Berner Kleintheater. Thiels Kamm, den selbst seine Frau nicht mehr sehen mag, ist aufgerichtet. Der Vegetarier ist bereit für die Bühne, selbst für ein paar fliegende Eier. Doch an diesem Abend bleibt alles ruhig. Auch von der nahen Reitschule taucht niemand auf, um den erklärten Feind niederzubrüllen. Und doch gibt es an diesem besinnlichen Jubiläumsabend in der Cappella eine Störung. Es ist der Moment, als Thiel und seine temporäre Bühnenpartnerin Sibylle Birkenmeier ihre Rollen kurzzeitig verlassen und in einen seltsam anmutenden Schlagabtausch geraten.

Birkenmeier fragt: «Warum hasst du Muslime?» Thiel sagt, dass von Hass keine Rede sein kann, und antwortet mit einer Gegenfrage: «Hast du den Koran gelesen?» Da die idealistische Altlinke, die in ihrem rechtschaffenen Furor vergisst, zu differenzieren. Dort der selbst ernannte Liberale, der den Angriff von links süffisant ins Leere laufen lässt. Das Ganze erinnert an den Auftritt bei Schawinski. Und wie in der tumultuösen TV-Sendung wirkt der Angegriffene inhaltlich sattelfest – und auf eine schwierig zu fassende Art schulmeisterlich.

Es ist die Krux des Klassenbesten. Wie präsentiert er seinen Wissensvorsprung gegenüber den Gspäändli? Denn in Sachen Religionsschriften macht Andreas Thiel in der Kulturszene kaum jemand etwas vor. Aus Koran, buddhistischen Schriften bis hin zu den Lehren der Zoroastrier kann der Mann ohne Hochschulabschluss detailreich zitieren. Es ist eindeutig: Thiel ist ein Mann des geschriebenen Wortes. Das hat auch medizinische Gründe. Thiel leidet unter Prosopagnosie. Diese seltene Störung führt dazu, dass er Gesichter nicht erkennen kann. So haben ihn Filme, Fernseh­serien, Magazine mit abgebildeten Menschen stets komplett kalt gelassen. Ganz anders Bücher. Die aneinandergereihten Wörter hätten bei ihm starke Assoziationen hervorgerufen, sagt der Gesichtsblinde. Eine besonders intensive Bilderflut löste die Bibel aus; diese kennt er seit seiner Kindheit. Seine Mutter bewegte sich in den erzkatholischen Kreisen von Ecône. Am Sonntag mussten er und sein älterer Bruder in der Bibel lesen und sie mit anderen religiösen Schriften vergleichen. Gleichzeitig war sein Elternhaus aber auch anthroposophisch geprägt, eine Urgrossmutter war die Stenografin von Rudolf Steiner. Die Thiels haben verschiedene Originalschriften des Begründers der Anthroposophie aufbewahrt.

Schleichende Prozesse anprangern

Die Familiengeschichte väterlicherseits erzählt etwas anderes. Die Familie wurde im Nazideutschland als Juden verfolgt, die meisten Verwandten ermordet. Die Urgrossmutter und ein Grossonkel haben das KZ überlebt.

Thiel erzählt davon ohne Pathos. Aber das Schicksal seiner Familie und was damals im Zweiten Weltkrieg in Deutschland geschah, beschäftigt ihn bis heute. Zurzeit liest er gerade das Buch «LTI» von Victor Klemperer. Der Philologe analysiert darin die Sprache des Dritten Reichs und beschreibt, wie sich die Begriffe aus der Nazizeit im täglichen Sprachgebrauch der Deutschen etablierten und sich teilweise bis heute halten. Die Anprangerung solch schleichender Prozesse, die in einer Gesellschaft gefährlich werden, ist ein Leitthema von Andreas Thiel. So sei es doch auch mit den Rassengesetzen gewesen, sagt Thiel: «Sie wurden Schritt für Schritt eingeführt, und am Ende stand die Vernichtung von sechs Millionen Juden.» Jetzt ist Thiel nicht mehr Clown oder Missionar, sondern Aktivist mit Hang zum Pathos. Er sagt: «Ich bin der festen Überzeugung, dass es in einer solchen Situation Menschen braucht, die früh hinstehen und keine Angst haben, unbequeme Dinge zu sagen.»

Der Nebel auf der Rigi hat sich aufgelöst. Nun ist das Dörfchen, in dem Thiel mit seiner Familie lebt und das er aus Sicherheitsgründen nicht nennen will, komplett von Weiss umhüllt. Andreas Thiel sitzt noch immer kerzengerade am Küchentisch. Er, der täglich meditiert und Yoga praktiziert, hat während des langen Gesprächs kaum seine Sitzposition verändert. Er betont zum Abschied nochmals: «Ich würde den ‹Weltwoche›-Artikel heute genauso wieder bringen.»

Streithähne: Roger Schawinski und Andreas Thiel in der «Schawinski»-Ausgabe vom 15.12.2014.

Dann hält er inne, wuschelt sich zum ersten Mal durch seine bunten Haare und ergänzt: «Doch etwas würde ich heute anders machen: Ich würde das Fernsehen SRF verklagen.»

Der Rassismusvorwurf hat ihn schwer getroffen. Deshalb kam eineinhalb Jahre später ein zweiter Talk – laut Insidern eine Art Friedensangebot – nicht zustande. Thiel verlangte erst eine Entschuldigung und bekam sie nicht. Schawinski will sich heute dazu nicht mehr äussern: «Das wäre ein Ferndialog.» Thiel blieb so unverrückbar, man könnte auch sagen: starrsinnig. Auch das ein sich wiederholendes Muster.

Thiels Versuch, sich neu zu erfinden

Wohlwollender Schlussapplaus im Berner La Cappella. Andreas Thiel verbeugt sich artig. Er weiss: Eigentlich kann er es immer noch. Mit feiner Klinge hat er den Kapitalismus seziert, Tierversuche angeprangert und sich absichtlich in einen politisch korrekten Monolog verheddert – und die Political Correctness so demaskiert. Ein Satz bleibt hängen: «Die Humorlosigkeit sitzt im Vorzimmer der Gewalt. Sie ist die Schwester der Intoleranz und die Tante des Rassismus.»

Dann braust Andreas Thiel in seinem Offroader davon. Er hat zu tun. Thiel versucht gerade, sich neu zu erfinden. Im Dezember wird der abtretende Kabarettist wissen, ob sein Filmdrehbuch, an dem er ein halbes Jahr gearbeitet hat, bei wichtigen Investoren Anklang gefunden hat. Ihr Urteil ist entscheidend. 2018 sollen die Dreharbeiten beginnen. Andreas Thiel will komplett ohne staatliche Subventionen auskommen. Der Titel des als grosse Kiste mit deutschen Stars angelegten Films: «Terroristen wie wir». Eine Komödie.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 01.12.2017, 18:10 Uhr

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