Der Mann, der nicht Peter Tate sein will

Der Performer Phil Hayes zeigt ab nächster Woche sein neues Bühnen-Stück «Where Were We». Dass er der Mann ist, der bei Giacobbo/Müller als Peter Tate brilliert, möchte er möglichst nicht erwähnt haben.

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Der trockene Engländer an der Seite von Viktor Giacobbo und Mike Müller ist der heimliche Star der Satire-Sendung im Schweizer Fernsehen. Wo man hinhört, für Peter Tate gibts nur Lob. Doch Phil Hayes, wie Tate mit bürgerlichem Namen heisst, ist kein Mensch, der den Ruhm auskostet. Im Gegenteil. Dass er plötzlich auf der Strasse erkannt wird, dass er als der lustige Engländer gilt, ist dem schüchternen Mann unangenehm.

Lange gelang es ihm, seine wahre Identität unter dem Deckel zu halten. Sämtliche Interviewanfragen – es sollen mehrere Dutzend gewesen sein – lehnte er bisher ab. Erreicht man ihn am Telefon, so ist er immer höflich, bei jedem Wort dringt aber durch, dass es ihm lästig ist, über sich selbst zu sprechen. Hayes ist alles andere als ein Selbstdarsteller – eine Seltenheit im Künstlermilieu.

Rekonstruierte Erinnerungen

Seit 1998 wohnt Hayes in Zürich, in der freien Theaterszene ist er längst eine feste Grösse. Er wirkte zum Beispiel beim «Houdini»-Projekt der Gruppe «Mass & Fieber» mit oder bei der Grossproduktion «Bad Hotel» in der Gessnerallee. Obwohl seine Bühnenperformances nichts mit der Figur Peter Tate zu tun haben, die Ironie und die Musik spielen bei Phil Hayes meist eine Rolle. In seinem Solostück «The First Cut» (2007) rekonstruierte er sein Leben mit Fotos und Videos, kokettierte mit seiner britischen Herkunft, schuf dabei eine dichte, intensive Atmosphäre.

Bei «Where Were We», der neuen Produktion, geht es wieder um Erinnerungen. «Reale Räumlichkeiten und Orte sind der Ausgangspunkt für einen Prozess, der der Frage nachgeht, wie Erinnerung funktioniert, wie Vergessenes erlebt wird und was die Vergangenheit von der Gegenwart unterscheidet», heisst es in der Stück-Beschreibung. Eine Frau bittet ihren Geliebten, einen speziellen Tag nicht mehr zu vergessen. Er vergisst trotzdem, zumindest teilweise. Hayes und Bühnenpartnerin Ewelina Guzik machen sich auf eine Suche nach Vergangenem, Realität vermischt sich mit Phantasie.

Angst vor falschen Erwartungen

Achtmal steht das Stück in der Gessnerallee auf dem Spielplan, danach dreimal in Birsfelden. Würde er mit dem Namen Peter Tate dafür werben, so wären ausverkaufte Vorstellungen garantiert. Doch das möchte Hayes nicht. Dass lauter Peter-Tate-Fans mit völlig falschen Erwartungen im Publikum sitzen, ist für ihn eine Horror-Vorstellung. Die Kunst soll im Mittelpunkt stehen, nicht er als Person. Ein volles Haus sei ihm dennoch gegönnt, denn Phil Hayes ist ein Künstler, den es zu entdecken lohnt – auch ganz ohne Peter Tate. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.11.2008, 11:04 Uhr

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