Traumbesetzung für das Schauspielhaus

Das Schauspielhaus Zürich ist im Aufwind: Es übertraf im letzten Jahr alle Erwartungen. Dafür verantwortlich ist auch das gute Händchen der Intendantin Barbara Frey.

Verlängert ihr Engagement: Schauspielhaus-Intendantin Barbara Frey. (22. Mai 2013)

Verlängert ihr Engagement: Schauspielhaus-Intendantin Barbara Frey. (22. Mai 2013) Bild: Keystone

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Zehn Jahre! Zehn Jahre wird Barbara Frey im Sommer 2019 an der Spitze des Schauspielhauses Zürich gestanden haben. Das war der Coup an der (schier vollzähligen) GV der Schauspielhaus Zürich AG, die heute stattfand.

Schon vor dieser Nachricht gabs frohe Botschaften: 2012/13 registrierte man mehr Besucher und eine höhere Auslastung als im Vorjahr. Den eigenen Rekord von 2010/11 hat Frey zwar nicht erreicht. Aber mit 157'000 Zuschauern – 12'000 mehr als im Vorjahr bei gleicher Vorstellungszahl (607) – zeigt das Haus einen Aufwärtstrend und hat seine Zielvorgabe übertroffen. 2010/11 lag die Auslastung im Pfauen bei 67 Prozent, jetzt bei 62 (Vorjahr: 59). In der Halle wurde mit 75 Prozent ein Riesensprung aufs Vorjahr hingelegt (59; 2010/11: 77). Der absolute Renner war Freys «Der Menschenfeind» mit über 13'000 Besuchern. Der Gesamtertrag stieg so, im Vergleich zum Vorjahr, um 1,4 Millionen.

Der rechte Mix

Dass der Gewinn trotzdem um 70'000 auf 26'000 Franken fiel, wird einerseits auf die gestiegenen Sachkosten – namentlich die Einrichtung eines neuen Investitionsfonds und erhöhte Werbekosten – zurückgeführt. Anderseits wird auf die Festspielproduktion «Richard Wagner» verwiesen, die zu den üblichen 25 Neuproduktionen hinzukam.

Tatsächlich scheint es sich beim Gespann Schauspielhaus-Frey um ein Traumpaar zu handeln. Nachdem Frey 2009 – ohne Intendanten-Erfahrung – als künstlerische Direktorin angetreten war, konnte sie im Sommer 2011 ihren Kompetenzbereich erweitern. Die Schiffbau-Immobilie war – endlich! – verkauft, und Frey übernahm die Gesamtleitung des Hauses. Ein Jahr später wurde die Option auf eine Vertragsverlängerung um zwei Spielzeiten wahrgenommen: Freys Leitung stand damit bis 2016 fest.

Nun geht man über die reguläre Option noch deutlich hinaus. Denn Frey hat ein Händchen für den rechten Mix: da kulinarisch Klassisches, dort Namen, die Avantgarde versprechen; hier innovative Jugendformate, da professionelle Nachwuchsförderung. Die GV, geleitet von VR-Präsidentin Brigitte von der Crone, begrüsste Freys Verlängerung denn auch mit begeistertem Applaus.

Erstellt: 29.01.2014, 20:06 Uhr

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