«Zur Kunst gehört auch Prügeln»

Der Regisseur Frank Castorf ist der Theater-Gigant aus dem Berliner Osten. Selber sieht er sich als Triebtäter. Jetzt inszeniert er am Zürcher Schauspielhaus «Die schwarze Spinne». Also das Chaos.

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Ein Rotwein, zwei Wienerli und eine Menge Fragen warten auf Frank Castorf an diesem Abend nach der Probe im Pfauen. Aber er nimmts gelassen – obwohl die Bauchspeicheldrüse zwickt («Der Arzt hat mir Fettiges und Alkohol verboten») und die Arbeit zwackt («Das kommt, weil ich faul bin und mich einfach nie richtig vorbereite»).

Wieso haben Sie, nach Jahren mit Dostojewski und vielen deutschen Stoffen, «Die schwarze Spinne» gewählt? Gabs eine Initialzündung?
Das ist ganz einfach. Ich hatte relativ wenig Pickel in meiner Pubertät, aber manchmal das Gefühl, dass da was ist, was rauskrabbeln kann. Und daraus kann man eine Welt schaffen. Der Gotthelf beschäftigt mich seit fünfzehn Jahren. Ich wollte den in Zürich schon unter Marthaler machen, aber dazu wollte ich mehr Schweizer im Ensemble haben. Jetzt haben sie auch so wenige. Am Anfang hatte ich wenigstens drei Schweizer: Hans Schenker, Irina Kastrinidis und Jean-Pierre Cornu. Jean-Pierre ist am 25. ?Dezember aber einem Zug nachgelaufen und hat sich einen vielfachen Waden- und Schienbeinbruch zugezogen.

Gut, aber von den Pickeln und Pech wieder zurück zu Gotthelf.
Jeremias Gotthelf interessiert ja eben das Tier im Menschen, zum Beispiel eine Spinne; das Teuflische, das wir haben, das er in so ein Urbild fasst. Und irgendwie wärs gut, wenn wir wüssten, dass wir das haben, und daran arbeiteten, etwas besser zu werden. Gotthelfs Emmental, das ist der Mikrokosmos Bauerntum im Makrokosmos Schweiz, wo schon das Berner Umland verdächtig ist.

Ist Ihnen die Welt von Gotthelfs Emmental vertraut?
Ich bin antipodisch: Der Gotthelf ist im Emmental, mich interessiert die Welt. Und je näher am Amazonas, desto mehr. Aber komisch: So antipodisch kann man aufeinander zugehen und doch einen theatralen Frieden finden. Aber natürlich wird «Die schwarze Spinne» bei mir Chaos, Auflösung, Nicht-Abschottung.

Also ein typischer Castorf-Abend?
Ich arbeite mit assoziativen Grenzgängen, die den vielen nicht gefallen werden, die eine einfache Übereinstimmung von Figur und Geschichte haben wollen, wie sie uns die Fernsehästhetik jeden Tag bis zum Zahnweh vormacht. Ich kann mir «Die schwarze Spinne» aber auch als richtiges Volkstheater mit vielen Laien vorstellen. Das wäre toll, aber so was kann ich nicht. Ich bin ein krankhafter Regisseur, ein Triebtäter.

Ihre Lieblingstriebtat ist die Überlänge. Ihre letzte Zürcher Inszenierung dauerte fünf Stunden. Wird «Die schwarze Spinne» auch so lang?
Im Programmheft hat der Dramaturg geschrieben: «Dauer: eher länger, mit einer Pause.» Aber am besten sieht man das bei Dostojewski: Jeder, der den bearbeitet, schrumpft den auf einen Tschechow zusammen. Aber dieses Ausufernde, dieses Wolgamässige, das hat man nur bei Dostojewski. Und dann komm ich ja auch aus dem Kleinbürgertum; meine Eltern sind jetzt 90, aber meine Mutter trägt immer noch High Heels, und mein Vater fährt immer noch 190 mit seinem kleinen Mercedes – den grossen kann er sich nicht mehr leisten?–, und wenn ich sag: «Mensch, fahr doch endlich mal 90», dann sagt er: «Willst du mich verscheissern, Frank?» Das habe ich geerbt, dieses Masslose.

Kann man das heute noch leben?
Eigentlich und im Augenblick bin ich in einer Krise. Und die Krise ist natürlich nur die Krise der Zeit und der Gesellschaft, in der ich lebe. Das ist ein bisschen bigott – Ostler sind oft bigott –, es gibt ja in Deutschland noch ein, zwei Sozialfälle, denen es schlechter geht als mir. Aber ich fühle mich nicht richtig wohl in der Zeit, die unsere ist. Die ist sehr egoistisch, sehr europäisch, das ist die «Festung Europa».

Wo gefällt es Ihnen besser?
Meine Tochter macht gerade ihr Abitur in Havanna, und wenn man öfter in Südamerika ist, sieht man da Menschen, die a) ne andere Not haben und b) ne andere Fähigkeit, sich zusammenzuschliessen. Was man halt früher Solidarität genannt hat. Und hier seh ich so die durchtrainierten, wohlständigen Mittelbürger. Das sind wir ja alle. Das bin ich ja auch.

Sie wirken auf uns aber gerade sehr zufrieden und entspannt.
Als Ostler habe ich gelernt, das freudsche Über-Ich für alles verantwortlich zu machen. Ich fühle mich zum Beispiel immer zu schlecht bezahlt und unter Wert verkauft, bin aber eigentlich ganz glücklich, weil ich immer sagen kann: Die Gesellschaft ist schuld. So ein Über-Ich zwischen Feuilleton und Erich Honecker. Aber ich bin dafür dankbar, weil ich so nie neurotisch werde, denn die andern sind ja schuld. Daher bin ich ein relativ glücklicher Mensch und muss nicht zum Psychiater rennen wie die Amerikaner oder die Schweizer.

Sind Sie in der Schweiz zufrieden?
Klar. Ich finde es zum Beispiel gar nicht schlimm, wenn ich als Deutscher in Zürich an einer Migros-Kasse schlecht behandelt werde. Ich kenn das ja aus der DDR. Da hatte man einen leeren Gasthaussaal, und immer war ein Schild davor: «Sie werden platziert.» Dann hat man sich hingesetzt, dann kam der obligate Satz: «Können Sie nicht lesen?» Dasselbe widerfährt mir auf qualitativ höherer Stufe in der Schweiz. Da ich aber den Osten intus habe, bin ich nicht böse. Man wird in der Schweiz freundlicher schlecht behandelt als im Osten.

Die «fremden Fötzel» sind auch bei Gotthelf ein Thema.
Die Ritter sind Deutsche; und noch entscheidender sind die Frauen, die verführerischen Eva-Figuren. Der Fremde und das Andere sind zweifellos etwas, wovor der Text warnt. Aber Gotthelfs Arbeiten zeigen auch, wie man wertekonservativ sein kann und zugleich kosmopolitisch in der Reflexion. Er ist für mich überhaupt nicht reaktionär. Da steckt unheimlich viel gerade auch im Urigen.

Was fasziniert Sie daran?
Vielleicht, dass ich – vor allem mit der Mundart und ihrem gewaltigen Sound – bei einem guten, fetten Volkstheater angekommen bin. Das ist toll: einfach lachen! Ich finde zurzeit all diese halbironischen, postmodernen Inszenierungen – zu deren Urvätern ich ja gehöre – öde. Weg vom Dünkel der linksliberalen Theaterwelt!

Warum reichern Sie den Gotthelf-Text um Bulgakows «Meister und Margarita» an?
Bulgakow hat ein neues Evangelium geschrieben, und sein Pilatus dort findet zweitausend Jahre später Erlösung. Viele Metaphern – Gewitter, Spinne – kommen bei Gotthelf und bei Bulgakow vor. Der eine sprengt sie in einen kosmischen Raum, der andere bleibt im Emmental. Es ist ungeheuer spannend, sie aufeinanderzuhetzen wie Eisbär und Tiger. Man muss das auf einer Metaebene hart verschrauben wie ein Klempner: Der Widerspruch ist doch das Schöne!

Sie suchen den Ausnahmezustand in den verschiedenen Texten?
Der Ausnahmezustand ist die Normalität des Menschen. Es gibt keine Absicherung von der Wiege bis zur Bahre; man muss in partisanenhaften Zuständen kämpfen.

Und? Wie kämpfen Sie?
Alles, was mir zu rein ist, zu rassisch, zu überschaubar, erregt meinen natürlichen Widerwillen. Zum Beispiel eine schöne Tragödie, junge Frauen weinen und sagen: «Ich bin die Möwe! Ich bin die Möwe! Ich weiss, ich bin eine grosse Schauspielerin!» Und Männer älteren Datums im Parkett weinen mit, weil so viel Seele haben sie noch selten gesehen im Theater – so was ist eine Lüge. Das habe ich schon an der DDR nicht gemocht, und das empfinde ich als feige im Theater. Da kann ich doch machen, was ich will, ich bin eigentlich ein Partisan.

Ehrlich?
Gut, ich werde subventioniert und irgendwann rausgeschmissen, aber für sehr lange Zeit kann ich alles machen, was ich will, ein ungeheures Privileg! Zudem ist das Theater eine Zusammenarbeit von Menschen jenseits der Kasten: Da kommen Intellektuelle und Handarbeiter durch Arbeit zusammen. Das finde ich als Altmarxist etwas sehr Schönes. Vor dreissig Jahren gab es noch Kulturpolitisch-Pädagogisches in Film und Fernsehen – wie Fassbinder; heute ist es der Hohn auf die Proletenmasse. Ihr bekommt genau den Dieter Bohlen, den ihr braucht. Aber zugegeben: Manchmal bin ich ganz froh, wenn ich nach dem Proben auf RTL die Richterin Barbara Salesch schauen kann. Oder, noch besser, den Anwalt Ingo Lenssen.

Denken Sie, Ihre Art von Lebens- und Kunstgefühl ist am Ende?
Kunst und Biologie, alles hat ein Ende. Gut so. Meine Berliner Volksbühne, die ist sowieso überüberüberfällig. Jede revolutionäre Bewegung wird restaurativ, das ist überall so, auch im Theater. Ich bin vielleicht noch der einzige Trotzki an der Volksbühne, aber die andern sagen: «Frank, hör auf mit der Revolution, lass uns normal werden, nicht zu lang, nicht zu extrem. Organisier lieber Gastspiele, und lass uns in der Welt herumfahren.»

Dann erleben Sie auch Berlin in einer restaurativen Phase?
Immer, wenn ich nicht da bin, wo ich sein muss, bin ich glücklich. Immer in Berlin zu sein, macht mich nicht glücklich. Wenn ich in Paris oder Havanna oder São Paulo bin, bin ich sofort glücklicher: Ich bin freundlich, find die Leute gut, lerne, das Leben macht mir Spass. In Berlin bin ich ein Pitbull wie diese ganzen Mainstream-Menschen, die da nach Berlin-Mitte ziehen und Kinder produzieren, aber absolute linke Nazis sind. Wenn die mit ihrem Kinderwagen angeflogen kommen – ich schiebe selbst einen, ich habe jetzt einen eineinhalbjährigen Sohn, ich habe ja sechs Kinder??–, dann heisst es, Kinderwagen, Platz da, jetzt kommen die jungen Mütter und die Väter, und Bänke sind für Kinder da! Das hat so keine Lässigkeit. Die Zeit für mich in einer Stadt Berlin, die nicht mehr berlinerisch ist – das ist nicht mehr Döblin –, das ist nicht meins.

Neben den Häusern in Berlin, Wien und Hamburg ist hier die deutschsprachige Bühne, auf der Sie am meisten inszenieren. Wie kommts?
Das war natürlich eine aussergewöhnliche Zeit damals bei Christoph Marthaler, der ein aussergewöhnliches Theater in einer kleinen, aber besonderen Stadt gemacht hat. Ich fühl mich hier auch heimisch. Es ist manchmal, wie wenn ich zu meinen Eltern fahre, so eine Sehnsucht nach Überschaubarkeit, nach Ordnung, die ich selbst nie würde leben wollen. Ich ertrage das als alter Anarchist nur temporär. Das Tolle ist allerdings: Hier hat man noch ein Bildungsgrossbürgertum, das weiss, was sich gehört, dass die Kultur zum Menschsein gehört.

Christoph Marthaler und Sie haben auch oft nebeneinander an der Volksbühne gearbeitet. Auch Schlingensief gehörte zur Familie.
Ich bin ganz anders als Schlingensief, da bin ich ja viel konservativer. Der wollte mit der ganzen Vehemenz seiner eigenen Existenz in den Medien als neuer Jesus vorkommen. Das kann man machen. Ich würde sagen: Manchmal ist es besser, ein paar Kinder zu machen. Er war ein Freund. Ein gehasster Freund, der mir sehr fehlt. Das war mal die Volksbühne. Der Freund Christoph Marthaler ist in seinem eigenen Leben angekommen. Der Freund Christoph Schlingensief ist im andern Dasein angekommen.

Das klingt traurig.
Wenn man zu viele Freunde verliert, und auch viele hat, die gestorben sind, von Einar Schleef bis Heiner Müller, dann hauts einem die Vergänglichkeit um die Ohren. Auch das eigene ständige Reproduzieren von Juvenilität, das ich so mache, wird langsam alt. Ich werd ja sechzig nächstes Jahr. Nee, dieses! Das ist ja furchtbar! Aber so ist es halt jedem Menschen beschieden, und das ist okay so.

Und bei den Jungen, sehen Sie da keine Hoffnung?
Ich habe zwar viele Kinder, bin aber kein väterlicher Typ. Ich kann mich nicht kümmern. Auch Schlingensief und Mar­thaler waren für mich radikale Einzelgänger, die ihre Aura hatten und die dann die passenden Menschen dazusortiert haben. Dass grundsätzlich zum Theater, zur Kunst auch Prügeln gehört, das wusste zum Beispiel ein Fassbinder, aber das wissen heute nur noch wenige. Da gibts nur noch vernetzende Übereinstimmung. Aber das will ich nicht: übereinstimmen. Das wollte ich schon in der Sowjetzone nicht und jetzt auch nicht.

Trotzdem sind Sie in Berlin zu einer kulturellen Institution geworden.
Ich sag immer: Vor 89 war Berlin heiss und kalt, im Westen und im Osten. David Bowie und Iggy Popp sind damals nicht umsonst nach Berlin gekommen. Da passierte was. Es war damals für mich auch einfach, Erfolg zu haben. Erich Honecker sagte: «Ja», ich sagte: «Nein», schon hatte ich Erfolg. Doch jetzt ist Berlin cool. Und damit ist es die falsche Stadt für mich geworden. Aber ich glaube, über kurz oder lang wird es andere junge Leute geben, die wieder ne andere schwarz-rote Fahne in der Hand haben oder jene einer andern Gerechtigkeit. Es wird nicht so bleiben.

Wohin geht das Theater?
Heute nimmt man am besten Schauspielstars und spielt Tschechow oder Ibsen. Das ist ungeheuer defensiv, und das will ich an der Volksbühne nicht. Ich hab mich bewusst ins Abseits manövriert mit Sachen, die keiner kennt: Friedrich von Gagern, Walter Mehring. Aber ich geb zu, es ist viel verlangt in einer Zeit, wo die Menschen so erschöpft sind. Das Theater der Achtziger, Neunziger war die Zeit der Interpretationen: vorbei. Jetzt ist Affirmation gefragt, und das kann ich nicht.

Hat der affirmative Schluss bei Gotthelf und Bulgakow nicht auch etwas zum Zurücklehnen?Das ist eher wie bei einem Marathon: Ja, ich lebe noch. Man sitzt da, Siggi Schwientek redet die Schlusstexte mit seiner Art der Melancholie. Keiner wird glücklich. Aber das ist nicht dramatisch: Dieses Leben ist das einzige, das man hat, also ist es auch das schönste.

Die Figur der Christine ist allerdings ganz und gar unmelancholisch.
Sie sagt – das ist das Hoffärtige – «Ich besiege den Teufel». Aber dann unterliegt sie und wird selbst zum Teufel, so geht das konservative Frauenbild. Doch immerhin gewinnt sie Schlachten, bevor sie den Krieg verliert. Das ist wie mit meinen Inszenierungen: Das sind Schlachten, die ich gewinne. Doch den Krieg verliert man immer.

«Die schwarze Spinne. Pilatus’ Traum» nach Jeremias Gotthelf und Michail Bulgakow hat am 20. Januar um 20 Uhr im Pfauen Premiere.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 14.01.2011, 21:42 Uhr

«Man wird in der Schweiz freundlicher schlecht behandelt als im Osten»: Frank Castorf in Zürich, bei Wurst, Brot und Wein. (Bild: Doris Fanconi)

Vom Bähnler zum Regisseur

Geboren 1951 in Ostberlin, studierte Frank Castorf nach einer Bähnler-Ausbildung Theaterwissenschaft. Nach diversen Posten an Stadttheatern geriet er 1984 mit der SED in Konflikt, die seine Inszenierung von Brechts «Trommeln in der Nacht» in Anklam absetzen liess. Schon vor der Wende inszenierte er in Westdeutschland. 1992 wurde der Pionier der Postdramatik Intendant an der Volksbühne in Berlin, die unter ihm zum Kraftzentrum deutschen Theaterschaffens aufstieg, zur Revolutions-Remise und zum Treffpunkt für Theatermacher von Christoph Marthaler bis Christoph Schlingensief; in Castorfs Büro hängt noch immer jenes Stalin-Poster, mit dem er sich tagtäglich zur Welt- und Selbstverbesserung auffordert.
Nach der Jahrtausendwende allerdings hagelte es nicht nur Auszeichnungen wie die zweimalige Wahl zum Regisseur des Jahres oder den Schiller-Preis der Stadt Mannheim, sondern auch Kritik. Ästhetisch und strukturell festgefahren sei das Haus des grossen – und trotz allem bis heute faszinierenden – Stückezertrümmerers; viele alte Mitstreiter gingen. In Zürich inszenierte Frank Castorf bisher «Berlin Alexanderplatz» (2001), «Trauer muss Elektra tragen» (2003) und «Der Hofmeister» (2010). Er hat sechs Kinder von verschiedenen Weggefährtinnen.

«Die schwarze Spinne»

1842 schrieb Jeremias Gotthelf seine im Emmental angesiedelte Novelle «Die schwarze Spinne». Die allzu selbstständige Bäuerin Christine schliesst darin einen Pakt mit dem Teufel in Gestalt eines Jägers, der verspricht, ihr Dorf gegen den bösen Ritter Hans von Stoffeln zu beschützen. Zur Belohnung verlangt er ein ungetauftes Kind. Als jedoch der Pfarrer rechtzeitig jedes Neugeborene tauft, kriechen aus einem Mal auf Christines Wange viele kleine Spinnen und verseuchen das Vieh. Christine selbst verwandelt sich in eine grosse Spinne, die gnadenlos Mensch und Tier mordet, bis es einer jungen Mutter gelingt, die Spinne ins Astloch eines Fensterpfostens zu stopfen
und dieses zu verschliessen. Im folgenden Jahrhundert wird die Spinne noch einmal befreit, tötet wieder und wird erneut im Fensterpfosten eingesperrt.
Gotthelfs gleichnishafte Erzählung wurde 1981 von Werner Düggelin und 1983 von Mark Rissi verfilmt. 1989 wurde sie als musikalisches Theater (Text: Urs Widmer, Regie: Volker Hesse, Musik: Patent Ochsner) im Theaterhaus Gessnerallee in Zürich aufgeführt. Im Sommer 2010 lief sie als grosse Freilichtinszenierung am Bodensee, nahe der Stadt Lindau, wo Gotthelfs Christine herkommt.

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