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Besuch des alten Theaters

Heute vor 25 Jahren ist Friedrich Dürrenmatt gestorben. Auf der Zürcher Pfauenbühne machte der Ungar Viktor Bodó aus dem Hit «Der Besuch der alten Dame» mit einem virtuosen Schauspielerensemble ein hochartistisches, brutal komisches Kasperlestück.

Rot leuchtet die Perücke, Blut fordert Claire (Friederike Wagner). Foto: Doris Fanconi
Rot leuchtet die Perücke, Blut fordert Claire (Friederike Wagner). Foto: Doris Fanconi

Rolle rückwärts auf der Pfauenbühne! Da sporteln sich böse Clowns durch eine klassische Koffer-Nummer, als seien sie Stars im Zirkus und nicht Sklaven der Milliardärin Claire Zachanassian, die nun im verlotterten Kaff Güllen absteigt, das einst ihre Heimat und Hölle war. Da macht Claires Mund eine eigenwillige «Ha-ha-ha»-Gymnastik, als sei er ein ge­dop­ter Akrobat, bis der Butler endlich die Lachmechanik am Hals der alten Dame abstellt – und wir für Friederike Wagner den Applaus anstellen. Da knurren Mägen, quietschen Beinprothesen überlaut eine regelrechte Comic-Akustik in die Soiree; jedenfalls dann, wenn nicht gerade der «Zarathustra»-Bombast von Richard Strauss oder die «Capri-Fischer»-Schnulze von Rudi Schuricke Ironie auf die Bühne bomben. Und das Ensemble turnt sich zweieinhalb Stunden durch den Dürrenmatt-Text, wie er im Diogenes-Büchlein steht.

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