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«Erschiene mein Buch heute, gäbe es Ärger wegen #MeToo»

Mit dem Roman «I love Dick» wurde sie zur feministischen Ikone. Nun gibt es in Zürich eine Bühnenadaption. Chris Kraus über Abtreibung, Brett Kavanaugh und Trumps Kampf gegen die Armen.

Mit Chris Kraus sprach Alexandra Kedves 
Glaubt, dass Donald Trumps Amerika einen Kampf gegen die Armen führt: Feministin Chris Kraus. Foto: «New York Times», Redux, Laif
Glaubt, dass Donald Trumps Amerika einen Kampf gegen die Armen führt: Feministin Chris Kraus. Foto: «New York Times», Redux, Laif

Frau Kraus, wie sehen Sie, als frühe Feministin, #MeToo?

Ich verstehe die Bewegung nicht. Sie ängstigt mich, erinnert mich zu sehr an die Manie der «wiedergewonnenen Erinnerung» der 80er-Jahre, als etliche sich an sexuellen Missbrauch in ihrer Kindheit erinnerten, Therapeuten es ihnen geradezu suggerierten. Damals wurden besonders Schwule und Lesben als Verdächtige verfolgt. In den USA scheint die Motivation hinter #MeToo vor allem Rachsucht zu sein. Es ist sehr wichtig, für die Zukunft im Arbeitsumfeld die Unkultur der Belästigung und des Missbrauchs abzustellen. Aber ist es wirklich sinnvoll, Leute Jahre nach den Vorfällen zu verfolgen – für Verhalten, das damals der Norm entsprach?

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