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Das Wort spielt sich direkt ins Herz

Milo Rau, Politperformance-Pionier, wollte wissen, wieso aus hiesigen Jugendlichen Jihadisten werden. Und fand ein neues Theater und ein neues Thema: Europas Untergang und die Heraufkunft des Einzelnen.

Dröseln das Gewebe ihrer Vergangenheit auf (v. l.): Sara De Bosschere, Johan Leysen und Karim Bel Kacem. Foto: Doris Fanconi
Dröseln das Gewebe ihrer Vergangenheit auf (v. l.): Sara De Bosschere, Johan Leysen und Karim Bel Kacem. Foto: Doris Fanconi

Wuchernde Schnörkel, güldene Putti und ein purpurner Vorhang: Ausgerechnet in der Roten Fabrik, ausgerechnet am Zürcher Theater Spektakel ragt dem Besucher eine wuchtige Plüschtheaterloge entgegen, gekrönt vom Wappen mit dem Brabanter Löwen. Der brüllt unüberhörbar, wenn auch stumm: «Hier ist das gutbürgerliche Belgien!» und «Hier ist der Raum für Fiktion!» Brüllen muss er, denn wenn der schweizerische Reenactment-Star Milo Rau Theater macht, dann genau so, wie er auch sein Nichttheater gemacht hat, etwa seine Nachstellung der «Letzten Tage der ­Ceausescus»: zweihundertprozentig.

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