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Das zurechtgezoomte Aufbegehren

Der junge Regisseur Bastian Kraft inszeniert im Pfauen Jean Genets «Die Zofen» als Schachspiel für kaputte Seelen, mit Wackelvideo und Schwarzweissmalerei.

«Die Zofen», ein Herrschaftsspiel mit Handkamera. Foto: Toni Suter (T+T Fotografie)
«Die Zofen», ein Herrschaftsspiel mit Handkamera. Foto: Toni Suter (T+T Fotografie)

Eine Hand in grobem Gummihandschuh nähert sich einem zarten Hals, hinterlässt eine schwarze Schliere auf einer weissen Wange. Die Grossaufnahme der Handkamera ist verwackelt, die Stimme wehleidig. «Und ewig diese Handschuhe!»

Die erste Szene von Jean Genets Tragödie «Die Zofen» holt uns mitten ins ­Ermordungsritual hinein, mit dem sich zwei Hausangestellte jeweils ihren Frust von der Seele agieren, wenn ihre Herrin ausser Haus ist. Am Pfauen wird dieses Ritual, wie überhaupt das gesamte Stück, in einen eigenen Rahmen gespannt: einen riesengrossen, weissen Bilderrahmen. Bühnenbildner Ben Baur hat ihn in die Schwärze hineingehängt, und fast alles, was geschieht, findet in ebendiesem Rahmen statt; zieht als hochstilisierter, schwarzweisser Bilderreigen an uns vorbei.

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