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«Der absolute Tiefpunkt»

Die grossen Zürcher Wagner-Festspiele gehen zu Ende. Theatermacher Samuel Schwarz haben sie ganz und gar nicht gefallen.

Am Sonntag gehen die Zürcher Wagner-Festpiele zu Ende: Eine Video-Installation beim Museum Rietberg.
Am Sonntag gehen die Zürcher Wagner-Festpiele zu Ende: Eine Video-Installation beim Museum Rietberg.
Philipp Ottendörfer, Keystone
Elf Bühnenstücke wurden bis dahin aufgeführt, dazu kamen zahlreiche Podiumsdiskussionen, «Treibhaus Wagner» hiess das Motto: Bild vom Rieterpark. (17. Juni 2013)
Elf Bühnenstücke wurden bis dahin aufgeführt, dazu kamen zahlreiche Podiumsdiskussionen, «Treibhaus Wagner» hiess das Motto: Bild vom Rieterpark. (17. Juni 2013)
Keystone
Ein verstaubter Komponist, oder doch hochaktuell? Eine Wagner-Büste in einem Zürcher Antiquariat. (11. Juni 2013)
Ein verstaubter Komponist, oder doch hochaktuell? Eine Wagner-Büste in einem Zürcher Antiquariat. (11. Juni 2013)
Keystone
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Herr Schwarz, was ärgert Sie derart an den Festspielen? Ich ärgere mich nicht, sondern diskutiere und analysiere, gemeinsam mit meinem Blitzkritik-Team. Wer sich mit Wagner auseinandersetzt, setzt sich mit 150 Jahren Musik- und Geistesgeschichte auseinander, ein schwerer Brocken. Wir als Bürger haben da einen gewissen Anspruch an diese heikle Auseinandersetzung, zumal in der Stadt Zürich mit ihrer grossen jüdischen Gemeinde und ihrer eigenen antisemitischen Geschichte. Diese Festspiele hingegen, die uns Andreas Homoki, Barbara Frey und die übrigen Kuratoren vorgesetzt haben, waren der absolute Tiefpunkt einer seichten, bequemen Kultur. Es war die Festkultur des «Letzten Menschen», um mit Nietzsche zu sprechen. Die Spiele waren eine reine Verschwendung von Subventionen. Jede privat finanzierte HBO-Serie enthält 50-mal mehr Gedanken. Solche Kultur, die keine Reibung erzeugt, ist ihr Geld nicht wert und hat verheerende Folgen.

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