Zum Hauptinhalt springen

Der erste Autor am Theater

Bert Neumann verteidigt mit seinen Bühnenbildern das Theater als Möglichkeitsraum – sehr zu unserem Spass. Und demnächst wieder in Zürich, wo er mit René Pollesch einen neuen Abend erarbeitet.

MeinungAndreas Tobler
Der Düsenjäger, den man in Polleschs «Cavalcade or Being a Holy Motor» am Wiener Burgtheater sehen kann. Im Stück heisst es: «Wenn dir jemand begegnet, der dir sagt, dass er dich mag und einen Kaffee mit dir trinken möchte, dann schau erstmal nach, ob er nicht in einem Düsenjäger gekommen ist.»
Der Düsenjäger, den man in Polleschs «Cavalcade or Being a Holy Motor» am Wiener Burgtheater sehen kann. Im Stück heisst es: «Wenn dir jemand begegnet, der dir sagt, dass er dich mag und einen Kaffee mit dir trinken möchte, dann schau erstmal nach, ob er nicht in einem Düsenjäger gekommen ist.»
Reinhard Werner
Hier zerteilt der Schauspieler Martin Wuttke gerade einen Vorhang aus schillerndem Lametta, das in Neumanns «skulpturaler Phase» als Kontrastmaterial zum Sperrholz eine wichtige Rolle spielte. Auch in Polleschs «Cavalcade or Being a Holy Motor», das am 12. Mai zum letzten Mal am Burgtheater in Wien zu sehen sein wird.
Hier zerteilt der Schauspieler Martin Wuttke gerade einen Vorhang aus schillerndem Lametta, das in Neumanns «skulpturaler Phase» als Kontrastmaterial zum Sperrholz eine wichtige Rolle spielte. Auch in Polleschs «Cavalcade or Being a Holy Motor», das am 12. Mai zum letzten Mal am Burgtheater in Wien zu sehen sein wird.
Reinhard Werner
King Kong tobt sich zwischen den Häusern von Zürich aus, denen Bert Neumann Mini-Minarette verpasst hat: Szene aus Polleschs «Fahrende Frauen», das 2011 am Schauspielhaus Zürich gezeigt wurde.
King Kong tobt sich zwischen den Häusern von Zürich aus, denen Bert Neumann Mini-Minarette verpasst hat: Szene aus Polleschs «Fahrende Frauen», das 2011 am Schauspielhaus Zürich gezeigt wurde.
Matthias Horn
Rummellampen und schicke Roben: Bert Neumann spielt in seinen Bühnenbildern mit Kontrasten und Umdeutungen. Hier nochmals eine Szene aus René Polleschs «Fahrende Frauen».
Rummellampen und schicke Roben: Bert Neumann spielt in seinen Bühnenbildern mit Kontrasten und Umdeutungen. Hier nochmals eine Szene aus René Polleschs «Fahrende Frauen».
Matthias Horn
1 / 6

Der Panzer rollte auf die Bühne, die Trambahn durchbrach die Wand, der Wal sank mit offenem Gebiss auf unsere Augenhöhe. Dann war es dunkel und die Vorstellung aus. Und als man vor dem Theater noch glücksbesoffen in die schwarze Premierennacht glotzte, trat irgendwann ein Mann ins Freie hinzu, der mit millimeterhohem Oberlippenbart und schwarzem Trenchcoat aussah, als sei er einem Gangsterfilm entstiegen. Das war die erste Begegnung mit Bert Neumann, dessen Bühnenbildbauten den Spass ermöglichten, den man gerade erlebt hatte. Nicht nur am Schauspiel Frankfurt, wo er eine Trambahn aus Holz gebaut hatte, die durch eine Wand aus Kartonschachteln ging. Auch am Wiener Burgtheater, wo ein Düsenjet abhob. Oder in Zürich, wo im Schiffbau ein hängendes Schiff sein Heck gegen die Zuschauerköpfe schob. Immer hiess der Regisseur René Pollesch, der Bühnenbildner Bert Neumann.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.

Abo abschliessen