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Die «Entköppelung» war eine sehr dumme Theateraktion

Originell? Treffend? Fehlanzeige. Warum Philipp Ruchs Anti-Köppel-Theater ausser Empörung nicht viel auslöste.

Ruch im Gespräch, vor der Aktion. (Video: Guido Kalberer, Thomas Egli, Andres Tobler)

Am Ende gab es dann tatsächlich Applaus. Und das war eigentlich unfassbar - nach diesem mehrtägigen Vorspiel, das mit der Ankündigung begann, der Aktionist Philipp Ruch wolle vor Roger Köppels Wohnsitz ziehen, um dort einen Exorzismus zu veranstalten.

Der «Weltwoche»-Herausgeber und SVP-Nationalrat sei vom «Dämon» des Nazi-Hetzers Julius Streicher besessen. So die Pressemitteilung, die Interviews und die Homepage von Ruchs «Zentrum für politische Schönheit», auf der man Köppel mit einigen Klicks Unheil an den Haus wünschen kann – von der sexuellen Zwangsstörung bis zum Autounfall. Das empörte die Öffentlichkeit und die Politik, hinderte Philipp Ruch aber nicht daran, seine Ankündigungen zu wiederholen – an diesem Abend, an dem er vom Theater Neumarkt aus zur Tat schreiten wollte: Vor einem grossen Foto-Porträt des «Weltwoche»-Herausgebers, das mit einem Trauerflor versehen war («Du wirst uns fehlen»), erging sich ein Schauspieler nochmals in der Aussage, Köppel sei vom Geist des «Stürmer»-Herausgebers Julius Streicher besessen.

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