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Die illusionären Kämpfe des Theaters

Sebastian Nübling inszeniert am Schauspielhaus Buñuels «Der diskrete Charme der Bourgeoisie» – und macht dabei das Publikum zu belehrungsbedürftigen Schulkindern.

Von Andreas Tobler
Wie im Film fallen auch bei Nübling die notorisch geilen Männer öfters über eine Frau her.Foto: Doris Fanconi
Wie im Film fallen auch bei Nübling die notorisch geilen Männer öfters über eine Frau her.Foto: Doris Fanconi

Grossartig, endlich mal eine Inszenierung, anhand der man exemplarisch beschreiben kann, wie Theater funktionieren könnte – zumindest jene Spielart, die sich als Spiegel der Gesellschaft versteht und in unmittelbarer Direktheit auf die Veränderung der Wirklichkeit drängt. Denn in dieser Hinsicht ist die neue Inszenierung von Sebastian Nübling geradezu beispielhaft. Für sein neues Bühnenwerk am Pfauen hat sich der 54-jährige Regisseur für Luis Buñuels «Der diskrete Charme der Bourgeoisie» entschieden, einen Film von 1972, in dem sich die titelgebende Klasse als Abendgesellschaft im kleinen Kreis versammeln will, aber damit scheitert: Mal hat man sich im Terminkalender vertan, mal wird die ganze Gesellschaft verhaftet, weil sie aus Drogenhändlern und korrupten Diplomaten besteht; ein anderes Mal erweist sich der Salon als Theaterszene, hinter dem sich der Vorhang zu einem buhenden Publikum hebt.

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