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Ein bisschen wie beim Zahnarzt

René Pollesch stemmt im Schiffbau eine neue Folge seines gesellschaftskritischen Gummizellentheaters.

Von Dreh zu Dreh, von Idee zu Idee: Inga Busch (Mitte) und ihre Mitstreiter.
Von Dreh zu Dreh, von Idee zu Idee: Inga Busch (Mitte) und ihre Mitstreiter.
Doris Fanconi

Pollesch. Lieblingspreisträger in unsern postdramatischen Zeiten, Lieblingsvergil in unsern postideologischen Purgatorien. Einer, der selbst die Kapitalismuskritik auf den Kopf stellt und sie zum Clown eines Theaters macht, das sich nicht als archimedischen Punkt versteht, weil es den nicht gibt. Darum muss es beim allgemeinen Gestrampel auch gnadenlos mithampeln – allein 2012 in fünf Pollesch-Uraufführungen: Anfang Jahr in «Kill your Darlings!» an der Berliner Volksbühne, später in «Wir sind schon gut genug!» am Schauspiel Frankfurt, in «Eure ganz grossen Themen sind weg» an den Münchner Kammerspielen, in «Neues vom Dauerzustand» am Hamburger Schauspielhaus und nun, zum Jahresende, im Schiffbau in «Macht es für euch!». Die gesamte Pollesch-Produktion ist ein Work-in-Progress – und die Pollesch-Rezeption ist es auch. Und, wie selbst eingefleischte Fans am Mittwoch einräumten, handelte es sich an diesem Abend in der Box eher um «work» als «progress».

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