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Ein Gewinn für Haus und Stadt

Das Schauspielhaus Zürich präsentiert für die letzte Spielzeit eine positive Bilanz – auch weil der Mix stimmt.

162'704 Besucher in 607 Vorstellungen: Das Zürcher Schauspielhaus. (Archivbild) Foto: Steffen Schmidt / Keystone
162'704 Besucher in 607 Vorstellungen: Das Zürcher Schauspielhaus. (Archivbild) Foto: Steffen Schmidt / Keystone

Seit der letzten Spielzeit von Gerd Leo Kuck, 1998/99, konnte die Schauspielhaus Zürich AG an ihrer Generalversammlung nur ein einziges Mal bessere Zahlen vorlegen als gestern. Das war im Geschäftsbericht von Barbara Freys zweiter Saison in Zürich, 2010/11. Die Intendantin, die seit dreieinhalb Jahren auch die Geschäfte führt, hat aufs Neue überzeugt: 162'704 Besucher in 607 Vorstellungen verzeichneten die diversen Bühnen des Schauspielhauses 2013/14, das sind 6500 mehr als im Vorjahr. Die Auslastungsquoten sind traumhaft: Die kleine Matchbox des Jungen Schauspielhauses hat die Nase vorn mit 95 Prozent; in der Schiffbau-Halle kam man auf 88 Prozent; und der grosse Pfauen wies immerhin eine Auslastung von 66 Prozent aus, ebenfalls ein Spitzenwert in den vergangenen Jahren. Der Gewinn des Geschäftsjahres beläuft sich denn auch auf rund 35'000 Franken.

Keine Berührungsängste

Dass ein Stück ein Hit wird, lässt sich nicht planen. Die Verpflichtung von Regisseur Herbert Fritsch, der die unan­gefochtene Nummer 1 der letzten Saison schuf, war ein Wagnis. Den blutrünstigen Theaterstürmer auf einen hiesigen Klassiker, Dürrenmatts «Die Physiker», anzusetzen, war durchaus ein Risiko. Aber Fritschs komisch-stilisierte, ent­historisierte Variante begeisterte.

Dass das Märchen «Die Odyssee für Kinder» mit der Zürcher Band Schtärneföifi auf Platz 2 kam, mag weniger erstaunen. Es belegt aber, dass Zürich gutes junges Theater will – und, vor allem, dass am Schauspielhaus der Mix stimmt. Die Leute haben keine Berührungsängste, wollen alles: Für Stefan Puchers «Woyzeck», René Polleschs «Herein! Herein! Ich atme euch ein!» und das Rimini Protokoll stand man Schlange. Aber auch ein Goldoni fand sein Publikum. Offenbar kommt Barbara Freys Theater in der ganzen Stadt an.

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